Dass Versicherungsmakler unbedingt auf die Smartphones ihrer Kunden wollten, begann vor einigen Jahren. Makler-Apps und Kundenportale sollten die Kundenschnittstelle sichern. Seither hat sich viel getan. Laut AfW-Vermittlerbarometer bieten 36,8% der Versicherungsvermittler ihren Kunden mittlerweile eine App zur Vertragsverwaltung, für Schadenmeldungen und für weitere Services an. Flächendeckend verbreitet ist dies allerdings noch nicht.
Anders bei den Neobrokern: Sie haben sich ihren Platz auf den Smartphones ihrer oft jungen Anleger gesichert. Mit Blick auf das kommende Altersvorsorgedepot stellt sich deshalb die Frage: Welche Bedeutung hat eine App für Kundenschnittstelle und Kundenbindung? Denn auf dem Smartphone des Kunden zu sein, ist das eine. Die entscheidende Frage könnte aber sein: Wie oft öffnet er die App tatsächlich?
Während die Makler-App eher ein digitaler Versicherungsordner ist, der praktisch ist, aber wenig Anlass bietet, täglich oder wöchentlich hineinzuschauen, ist das beim Neobroker anders. Depotwert und Wertentwicklung verändern sich, neue Investments werden stetig angeboten. Die App wird damit Teil des finanziellen Alltags – der Kunde kommt häufiger vorbei.
Genau hier könnte das Altersvorsorgedepot neue Möglichkeiten eröffnen. Denn wenn Vorsorge stärker mit Investment, Wertentwicklung und digitaler Transparenz verbunden wird, könnte auch das bislang eher „passive“ Versicherungsprodukt häufiger zum Anlass für Kundeninteraktion werden. Die Frage lautet deshalb: Kann das Altersvorsorgedepot Kundenschnittstelle und Kundenbindung verändern? Mit dem Altersvorsorgedepot dürfte die Kundenschnittstelle von Maklern und Kunden jedenfalls noch stärker ins Digitale rücken.
Das Altersvorsorgedepot macht alles noch digitaler
Die ALH-Gruppe bietet Versicherungsmaklern bereits seit einigen Jahren mit der App „fin4u“ für deren Mandanten einen digitalen Versicherungsordner an. Christian Häsch, Leiter Vertrieb der Alte Leipziger Lebensversicherung: „Kunden wollen einen einfachen Zugang zu ihren Verträgen. Die digitale Erreichbarkeit wird für Versicherer und Vermittler deshalb zu einem unverzichtbaren Teil der Kundenschnittstelle. Diese wird digitaler und mobiler.“ Das Angebot soll im eigenen Haus deshalb weiter ausgebaut werden. „Viele Anliegen können unsere Kundinnen und Kunden bereits heute einfach und selbstständig über „fin4u“ erledigen, sowohl in der Web-Version als auch per App. Das Angebot reicht von Anpassungen der Fondsauswahl und Beitragserhöhungen bis hin zur Umschichtung oder Auszahlung von Fondsguthaben. Aktuell arbeiten wir an einer grundsätzlichen Überarbeitung unseres App-Angebotes, das um neue Formen der Performancedarstellung ergänzt wird.“
Gerade die stärkere Darstellung der Performance könnte beim Altersvorsorgedepot also für mehr digitale Interaktion sorgen. Der Kunde erhält einen konkreteren Anlass, sich mit seinem Vorsorgevermögen auseinanderzusetzen – und damit auch einen Grund, häufiger in die App, die Maklern ihren Kunden zu Verfügung stellen können, zu schauen. Ziel ist, den gesamten Weg vom Abschluss bis hin zur Auszahlungsphase digital abzubilden, so Häsch. Entscheidend ist für die ALH Gruppe dabei, persönliche Beratung mit digitalen Services zu verbinden.
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