Beratung bleibt, Schnittstelle verändert sich
Versicherungsmakler und Finanzberater werden ihre Rolle als zentraler Ansprechpartner in der Altersvorsorge behalten, davon zeigt sich auch Vinlivt-Geschäftsführer Uwe Lätsch überzeugt. Allerdings ändere sich die Kundenschnittstelle strukturell. „Die Kundenschnittstelle verschiebt sich vom einzelnen Abschluss und punktuellen Service hin zu einer kontinuierlichen digitalen Begleitung. Transparenz über Vermögen, Einzahlungen und Wertentwicklung schafft regelmäßig neue Anlässe für Interaktion,“ so Lätsch.
Beim Altersvorsorgedepot trage auch die Förderlogik zur stärkeren Präsenz bei. Durch die staatliche Förderung und deren Grenzen entstehen zusätzliche Berührungspunkte. „Kunden müssen sich stärker damit beschäftigen, welche Beiträge sie leisten, wie sie ihre Förderung ausschöpfen und ob Anpassungen sinnvoll sind. Damit entsteht aus einem traditionell eher passiven Vorsorgeprodukt eine deutlich aktivere Kundenbeziehung,“ erklärt Lätsch.
Für Versicherungsmakler hat dies aus seiner Sicht auch eine strategische Komponente: Wer das Altersvorsorgedepot nicht in seine Beratung und digitale Infrastruktur integriere, riskiere, dass der Kunde dafür eine zusätzliche Beziehung zu einem anderen Anbieter aufbaue. Wer das Altersvorsorgedepot dagegen integriert, kann Investment, Altersvorsorge und Beratung stärker in einer bestehenden Kundenbeziehung zusammenführen.
Im Interview mit AssCompact erläutert Lätsch, sein Unternehmen wolle die digitale Kundenschnittstelle des Maklers und Finanzberaters um entsprechende Investment- und Depotlösungen in der Vinlivt-App im Rahmen des Altersvorsorgedepots erweitern. Schon heute stehe eine Depotlösung bereit, über die auch Berater ohne eigene Erlaubnis nach § 34f GewO ihren Kunden einen Zugang zu einer Wertpapierlösung ermöglichen können.
Altersvorsorgedepot als Anlass für digitale Kontaktpunkte
Für Versicherungsmakler, die in der Altersvorsorge aktiv sind, bedeutet das: Das Altersvorsorgedepot bringt nicht nur neue Produkte und Beratungsfragen mit sich. Es stellt sich auch die Frage, wie der Kunde künftig digital begleitet wird. Denn regelmäßige Interaktion schafft neue Anlässe für Beratung. Makler-Apps können dabei eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist allerdings, ob das Altersvorsorgedepot dem Kunden tatsächlich einen Grund gibt, sie regelmäßig zu öffnen. (bh)
Lesen Sie auch das Interview mit Vinlivt-Geschäftsführer Uwe Lätsch: Altersvorsorgedepot: Wie Makler ihre digitale Kundenschnittstelle erweitern
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