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4. Juni 2021
Bargeldverdrängung nimmt Fahrt auf
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Bargeldverdrängung nimmt Fahrt auf

Digitale Zahlungssysteme sind weltweit auf dem Vormarsch. Das Volumen bargeldloser Zahlungssysteme dürfte sich laut einer aktuellen PwC-Studie bis 2030 vervielfachen. Insbesondere die Corona-Pandemie habe den Wechsel von Bargeld auf digitale Zahlungen massiv beschleunigt.

Internationale Überweisungen in Echtzeit, Super-Apps als Serviceplattformen mit eigenen Bezahlfunktionen und Cyberwallets dürften bald auch in Europa keine Zukunftsmusik mehr sein. Wie aus der Studie „Charting a cause amid evolution and revolution” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und ihrer globalen Strategieberatung Strategy& hervorgeht, werden bargeldlose Transaktionsvolumen bis 2025 weltweit um mehr als 80% auf 1,9 Bio. US-Dollar zulegen. Bis 2030 dürfte sich die Zahl der digitalen Zahlungen pro Person nahezu verdreifachen.

Corona-Pandemie als Trendbeschleuniger

„Die Corona-Pandemie hat den Wechsel von Bargeld auf digitale Zahlungen um drei bis fünf Jahre beschleunigt“, erklärt Andreas Pratz, Partner bei Strategy& und Co-Autor der Studie. „Die gesamte Infrastruktur des Zahlungsverkehrs verändert sich fundamental. Durch die Entstehung neuer Zahlungswege und innovativer Geschäftsmodelle rückt auch das Szenario einer globalen bargeldlosen Gesellschaft in Sichtweite.“

Europa hinkt Asien und Afrika hinterher

Das kräftigste Wachstum wird für die asiatisch-pazifischen Märkte erwartet: Dort dürften die bargeldlosen Transaktionsvolumen bis 2025 um 109% und von 2025 bis 2030 um weitere 76% zulegen. Für Afrika prognostiziert die Studie bis 2025 Zuwächse um 78% und bis 2030 um weitere 64%. Europa kann mit diesen beiden Regionen nicht ganz mithalten. Auch hier wird bis 2025 aber ein Plus von 64% vorausgesagt. Bis 2030 dürfte ein weiteres Wachstum um 39% hinzukommen. Für die USA und Kanada werden niedrigere Zuwachsraten prognostiziert.

Super-Apps geben die Richtung vor

Während in Asien bereits zahlreiche neue Geschäftsmodelle und Innovationen wie multifunktionale „Super-Apps” großer E-Commerce-Konzerne oder QR-Codes für den Supermarkteinkauf zum Einsatz kommen, herrscht in Europa, Nord- und Südamerika ein wesentlich langsameres Innovationstempo. Zwar steigt in Europa die Akzeptanz für Karten und mobile Zahlungen, doch in einigen der größeren europäischen Volkswirtschaften – vor allem in Deutschland – gebe es immer noch mehr Bargeld als bargeldlose Transaktionen.

Zahlungsverkehrssysteme weltweit vor einem Quantensprung

Der tief greifende Wandel im internationalen Zahlungsverkehr betrifft PwC zufolge nicht nur traditionelle Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen wie Bargeld oder analoge Rechnungen. Vielmehr stehe die gesamte Infrastruktur der Zahlungsverkehrssysteme weltweit vor einem Quantensprung. Der Studie zufolge werden mehrere Makrotrends den Zahlungsverkehr in den kommenden fünf Jahren wesentlich beeinflussen. Dazu zählen unter anderem Digitalwährungen, digitale Geldbörsen und grenzüberschreitende Zahlungen. „Alle Akteure im internationalen Zahlungsverkehr sollten jetzt verstärkt in wettbewerbsfähige Zahlungslösungen investieren“, ergänzt Maximilian Harmsen, Digital Payments Lead bei PwC Deutschland. „Die beschleunigte Umstellung auf digitale Zahlungen bietet neue Ertragschancen für die gesamte Branche, insbesondere für Banken und Alternative Payment Provider.“

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