AssCompact suche
Home
Vertrieb
2. Juli 2026
bAV zwischen Reformdebatte und wirtschaftlicher Flaute
bAV zwischen Reformdebatte und wirtschaftlicher Flaute

bAV zwischen Reformdebatte und wirtschaftlicher Flaute

Die betriebliche Altersversorgung steht politisch wie fachlich erneut im Fokus: Während das BRSG II und die Empfehlungen der Rentenkommission neue Impulse setzen sollen, bleibt die Breitenwirkung bislang aus. Eine aktuelle Maklerbefragung zeigt, woran es in der Praxis tatsächlich hakt.

Mit dem zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG II) wollte der Gesetzgeber der betrieblichen Altersversorgung (bAV) neuen Schwung verleihen und ihre Verbreitung weiter vorantreiben. Tatsächlich sehen 36% der Versicherungsmakler in der aktuellen AssCompact AWARD-Studie „Betriebliche Altersversorgung 2026“ darin einen Impuls für eine stärkere Marktdurchdringung. Zudem geben 30% an, dass sie das Gesetz in ihrer täglichen Beratungsarbeit unterstützt. Dennoch dürfte der große Durchbruch in der bAV ausbleiben.

Reformimpulse von der Alterssicherungskommission

Auch die Alterssicherungskommission hat die bAV im Rahmen ihres Gesamtpakets zur Zukunft der Altersvorsorge in den Blick genommen. Nach ihrer Einschätzung ist eine nahezu flächendeckende Verbreitung der bAV unverzichtbar, um langfristig ein auskömmliches Gesamtversorgungsniveau im Alter sicherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt die Kommission, bestehende Hürden konsequent abzubauen. Im Fokus stehen dabei insbesondere weniger Bürokratie, eine bessere Portabilität bei Arbeitgeberwechseln, mehr Rechtssicherheit sowie Verbesserungen bei der Kostenverteilung und der Förderung von Geringverdienern. Dadurch soll die bAV sowohl für Arbeitgeber als auch für Beschäftigte attraktiver werden und ihre Verbreitung weiter zunehmen.

Wie diese Vorschläge konkret umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. An Konzepten und Reformideen aus der Versicherungswirtschaft sowie von bAV-Experten und Instituten mangelt es jedenfalls nicht. Ein Blick in die Beratungspraxis der Versicherungsmakler zeigt jedoch, dass die größten Hemmnisse derzeit an anderer Stelle liegen. Die Ergebnisse der AssCompact AWARD-Studie „Betriebliche Altersversorgung 2026“ verdeutlichen, mit welchen Herausforderungen Vermittler im Tagesgeschäft tatsächlich konfrontiert sind.

Konjunktur bremst bAV-Verbreitung spürbar

Als größtes Hemmnis für die weitere Verbreitung der bAV nennen die befragten Versicherungsmakler die anhaltend schwache Konjunkturentwicklung. 73% sehen darin einen wesentlichen Bremsfaktor. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten rücken andere Themen in den Vordergrund. Entsprechend berichten viele Vermittler, dass es zunehmend schwieriger wird, bei Arbeitgebern und Beschäftigten Gehör für die bAV zu finden. Erschwerend kommt die steigende Zahl der Unternehmensinsolvenzen hinzu.

Versicherungsmakler sehen schrumpfendes Marktpotenzial

Gleichzeitig schwindet aus Sicht vieler Makler das Marktpotenzial: 41% beobachten, dass Entlassungen, unbesetzte Stellen und der anhaltende Fachkräftemangel die Zahl potenzieller bAV-Kunden verringern und damit auch die Beratungschancen einschränken.

Dahinter folgt eine ganze Reihe weiterer Herausforderungen. So sehen 39% der befragten Makler in der effizienten Verwaltung der bAV beim Arbeitgeber eine wesentliche Hürde. Der administrative Aufwand bleibt insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen ein entscheidender Faktor. Weitere 31% nennen die Rendite der bAV-Produkte als Hemmnis – ein Aspekt, der angesichts gestiegener Renditeerwartungen, Kostendiskussionen und zahlreicher alternativer Anlagemöglichkeiten zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Unsicherheit dämpft die Bereitschaft zur bAV

Ein Blick in die offenen Stellungnahmen der Makler verdeutlicht zudem, dass auch die allgemeine Unsicherheit sowie die öffentliche Diskussion rund um die bAV zu einer spürbaren Zurückhaltung bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern führen.

Insgesamt zeigt die Studie damit, dass die Herausforderungen im Vertriebsalltag hoch sind. Vor allem konjunkturelle Unsicherheiten bremsen die Verbreitung derzeit deutlich aus und überlagern damit sogar die Reformdiskussion. (bh)

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact AWARD – Betriebliche Altersversorgung 2026“ wurde vom 16.04.2026 bis 03.05.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 232 Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die damit ein sehr gutes Abbild der Vermittlerschaft darstellt. Die Studie kann bei AssCompact bestellt werden.

Lesen Sie auch: