Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung werden angehoben | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung werden angehoben
10. September 2019

Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung werden angehoben

Wer überdurchschnittlich verdient, muss im kommenden Jahr höhere Beiträge für die Sozialversicherungen zahlen. Das Bundesarbeitsministerium hat einen entsprechenden Referentenentwurf vorgelegt, wonach ab 2020 die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen steigen sollen. Höher wird damit auch die Schwelle für einen Eintritt in die private Krankenversicherung.


Wer überdurchschnittlich verdient, muss im kommenden Jahr höhere Beiträge für die Sozialversicherungen zahlen. Das Bundesarbeitsministerium hat einen entsprechenden Referentenentwurf vorgelegt, wonach ab 2020 die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen steigen sollen. Höher wird damit auch die Schwelle für einen Eintritt in die private Krankenversicherung.


Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung werden angehoben

Auf Gutverdiener kommen ab dem Jahr 2020 Mehrbelastungen bei den Sozialabgaben zu. So sieht es ein entsprechender Referentenentwurf zur „Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020“ hervor, den das Bundesarbeitsministerium vorgelegt hat. Dem Entwurf zufolge sollen die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen erhöht werden, also das für die Abgaben an die Sozialversicherungen herangezogene Maximalgehalt steigen.

Laut Entwurf sollen die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung auf monatlich 6.900 Euro (West) bzw. 6.450 Euro (Ost) steigen. Bislang betrugen sie 6.700 Euro in den alten und 6.150 Euro in den neuen Bundesländern. Die Grenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung will das Bundesarbeitsministerium zu Jahresbeginn 2020 von 4537,50 Euro auf bundeseinheitlich 4687,50 Euro anheben.

Grenze für Wechsel in PKV steigt auf 62.550 Euro

Zudem sieht der Referentenentwurf eine Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze im kommenden Jahr von derzeit 60.750 Euro auf 62.550 Euro Jahreseinkommen vor. Wer mit seinem Jahreseinkommen diesen Betrag überschreitet, kann sich privat krankenversichern. Für die gesetzliche Krankenversicherung gilt ab 2020 dann eine Grenze von 56.250 Euro.

Anpassung an steigende Lohnentwicklung

Wie jedes Jahr werden die Rechengrößen an die Lohnentwicklung des zurückliegenden Jahres angepasst. Laut Verordnung berücksichtigt das Bundesarbeitsministerium für das vergangene Jahr eine Veränderungsrate der Lohnentwicklung von 3,06% in den alten Bundesländern und eine Steigerung von 3,38% in den neuen Ländern.

Bundeskabinett und Bundesrat müssen Entwurf noch zustimmen

Den Referentenentwurf der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020“ („Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020“) muss zunächst das Bundeskabinett absegnen. In den vergangenen Jahren war dies häufig im Oktober der Fall. Schließlich muss auch der Bundesrat noch grünes Licht geben. (tk)

Bild: © Hyejin Kang – stock.adobe.com



Kommentare

von Bruno Steiner am 10.09.2019 um 10:12 Uhr
Allein GKV + PflVers mit rd. 18 % = 27 Euro mehr, das sind gegenüber dem Vorjahr 3,35%, aber netto, während eine Lohnsteigerung bzw. Rente immer brutto erfolgen. Als Rentner muß ich auch noch Steuern bezahlen. Dazu noch die überproportionalen Kosten und Gebühren für öfftl. Abgaben. Also Kaufkraftzuwachs = 0 bzw. sogar Minus oder kann man es auch "staatlich verordnete Altersarmut" nennen? Oder die Politikerlogik? "Bisher bekamen wir 50% von Nichts! Deshalb werden die Leistungen um 100 % erhöht. In Zukunft also sogar das Doppelte! Da muß man doch mal zufrieden sein. Oder?


Ähnliche News

Je erklärungsbedürftiger eine bestimmte Finanzdienstleistung ist, desto weniger machen Kunden vor Vertragsabschluss von Vergleichsportalen Gebrauch. Typische „Vergleichsprodukte“ sind Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherungen. Im Bankenbereich werden vor allem Tages- und Festgeldkonten verglichen. Das zeigt eine Ipsos-Fnanzmarktpanel-Analyse weiterlesen
Assekurata hat die aktuelle Analyse zur Überschussbeteiligung der Lebensversicherer vorgelegt. Demnach sinkt die laufende Verzinsung 2020 über alle Produktarten und Tarifgenerationen hinweg im Schnitt um 0,09 Prozentpunkte auf 2,74%. Bei den jüngeren Tarifgenerationen zeigt sich ein höherer Rückgang. weiterlesen
Nach Schätzungen der aktuariellen Beratungsgesellschaft MSK beträgt der versicherte Sachschaden, den der Orkan Sabine in den vergangenen Tagen in Deutschland angerichtet hat, rund 600 Mio. Euro. Damit wäre Sabine für die Versicherer ein mittelstarkes Ereignis, wie es alle drei bis vier Jahre vorkommt. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.