Der Leistungskatalog in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und deutlich ausdifferenziert. Zu den zentralen Qualitätsmerkmalen moderner BU-Tarife zählt inzwischen auch die Nachversicherungsgarantie. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung der BU-Absicherung bei Schülern, Auszubildenden und Berufseinsteigern hat ihre Bedeutung spürbar zugenommen.
Wer sich bereits in jungen Jahren hochwertigen BU-Schutz sichert, startet häufig mit einer vergleichsweise niedrigen versicherten BU-Rente. Im weiteren Lebensverlauf – etwa bei steigendem Einkommen oder wachsender finanzieller Verantwortung – entsteht dann häufig Anpassungsbedarf. Flexible Erhöhungsmöglichkeiten ohne erneute Gesundheitsprüfung gewinnen dadurch an Relevanz.
Dass die Nachversicherungsgarantie auch in der Beratungspraxis einen hohen Stellenwert besitzt, bestätigt die aktuelle Studie „AssCompact AWARD – BU / Arbeitskraftabsicherung 2026“. Demnach bewerten 93% der befragten Versicherungsmakler die Nachversicherungsgarantie als „sehr wichtig“.
Einkommenssprünge als häufigster Auslöser
Die hohe Relevanz erklärt sich nicht zuletzt aus dem praktischen Mehrwert entsprechender Klauseln. Nachversicherungsgarantien ermöglichen es Versicherten, ihre vereinbarte BU-Rente bei definierten Lebensereignissen zu erhöhen – in der Regel ohne erneute Gesundheitsprüfung. Je nach Tarif verzichten Versicherer dabei auch auf eine erneute Risikoprüfung bzw. beschränken diese auf bestimmte Aspekte.
Welche Anlässe in der Praxis besonders häufig eine Anpassung auslösen, zeigt die Studie ebenfalls: Mit 71% nennen die befragten Versicherungsmakler Gehaltserhöhungen auf Kundenseite als häufigsten Anlass für eine Erhöhung der BU-Rente. Dahinter folgen das Erreichen bestimmter Altersgrenzen sowie der Immobilienkauf mit jeweils 62%. Auch die Geburt eines Kindes spielt mit 59% eine wichtige Rolle, während die Heirat mit 46% etwas seltener als Auslöser genannt wird.
Ratinghäuser setzen auf strenge Kriterien
Bei der Bewertung von Nachversicherungsgarantien legen Ratinghäuser inzwischen detaillierte Maßstäbe an. So analysiert etwa Franke und Bornberg unter anderem, innerhalb welcher Fristen nach einem Ereignis eine Erhöhung beantragt werden kann, welche maximale BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist oder ob sogenannte Karrieregarantien für außergewöhnliche Einkommenssprünge vorgesehen sind.
Darüber hinaus ermöglichen einige leistungsstarke Tarife inzwischen Nachversicherungen auch ohne konkreten Anlass. Nach Analysen von infinma finden sich solche Optionen häufig innerhalb der ersten drei bis fünf Vertragsjahre bzw. bis zu einer bestimmten Altersgrenze – vielfach bis zum 40. Lebensjahr. Trotz der tariflichen Begrenzungen wird dies insgesamt positiv bewertet, da Versicherte ihren Schutz flexibel an veränderte Lebenssituationen anpassen können.
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