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26. November 2021
Bundesbank besorgt über zu hohe Immobilienpreise

Bundesbank besorgt über zu hohe Immobilienpreise

Die Bundesbank warnt vor zunehmenden Risiken auf dem Wohnimmobilienmarkt. Die Preise hätten 2020 stark angezogen und seien vielerorts bis zu 30% höher als gerechtfertigt. Kritisch könnte es werden, wenn vermehrt Kredite mit günstigen Konditionen vergeben werden und sich das Zinsniveau ändert.

Die Bundesbank spricht zwar nicht von einer Immobilienblase, zeigt sich aber angesichts der hohen Immobilienpreise besorgt und warnt vor zunehmenden Risiken am Markt für Wohnimmobilien. Wie es im Finanzstabilitätsbericht 2021 der Bundesbank heißt, seien die Preise für Wohnimmobilien im Jahr 2020 mit durchschnittlich 6,7% abermals stark gestiegen. Vielfach würden weiter zulegende Preise erwartet. Die Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch erklärte bei der Vorstellung des Berichts, dass die Preise von Wohnimmobilien um 10% bis 30% über dem Wert lägen, der durch Fundamentaldaten gerechtfertigt sei. Dies betreffe zunehmend auch Immobilien außerhalb der Ballungsräume. Entsprechend könnte die Werthaltigkeit von Kreditsicherheiten überschätzt werden.

Bei Zinsänderungen könnte es kritisch werden

Ein hoher Anteil von lang laufenden Krediten und Kapitalanlagen macht das deutsche Finanzsystem anfällig gegenüber Gefahren, wenn sich das Zinsniveau ändert. Rund die Hälfte der Bankkredite für Wohnimmobilien hat eine Zinsbindungsfrist von über zehn Jahren. Das ist gut für die Kreditnehmer, aber nicht unbedingt für Banken, wenn vor allem die Inflation weiter so steigt, dass eine Anhebung des allgemeinen Zinsniveaus wahrscheinlich ist. Aus Sicht der Bundesbank können die steigenden Immobilienpreise für die Finanzstabilität zum Problem werden, wenn Banken vermehrt Kredite mit stark gelockerten Vergabestandards vergeben und steigende Preise erwartet werden.

Bundesbank fordert Prävention

Angesichts der steigenden Risiken ruft die Bundesbank zu verstärkter Prävention auf. „Es sollte rechtzeitig damit begonnen werden, den antizyklischen Kapitalpuffer wieder zu erhöhen“, sagte Buch. Der Puffer stärke die Resilienz der Banken und diene dazu, die Kreditvergabe in Krisen zu stabilisieren. Er kann entsprechend der Entwicklung des Finanzzyklus angepasst und bei Bedarf herabgesetzt werden.

Die Bundesbank mahnt zudem, die Entwicklungen am Wohnimmobilienmarkt genau zu beobachten und Risiken zu begrenzen. Kreditnehmer und Banken sollten die Schuldentragfähigkeit im Auge behalten. Sollte sich abzeichnen, dass es zu Lockerungen der Kreditvergabestandards käme, hätte die Aufsicht verschiedene Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. (tk)

Bild: © Ralf Geithe – stock.adobe.com