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8. Januar 2026
Cyberausblick 2026: Wenn KI zur Waffe wird

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Cyberausblick 2026: Wenn KI zur Waffe wird

Vom Schutz zur Resilienz: Strategische Neuausrichtung der Versicherungsindustrie

Vor diesem Hintergrund wird klar: Prävention allein reicht nicht mehr aus. Technischer Schutz, Firewalls oder Anti-Virus-Software bleiben wichtig, bilden jedoch nur die erste Verteidigungslinie. Denn angesichts einer immer komplexeren Bedrohungslage dürfen Unternehmen und Versicherer Sicherheitsmaßnahmen nicht nur punktuell denken. Stattdessen muss Cyberresilienz ganzheitlich betrachtet werden.

Dabei bedeutet Resilienz nicht nur, Angriffe zu verhindern. Es geht viel eher darum, Attacken vorzugreifen, abzufedern und zu überstehen. Aber auch sich von ihnen zu erholen und an sie anzupassen. Gerade in diesem Punkt herrscht im Mittelstand jedoch großer Nachholbedarf, wie der jüngste BSI-Lagebericht zeigt. Noch immer würden kleine und mittlere Unternehmen überschätzen, wie gut bzw. angemessen sie auf Cyberbedrohungen vorbereitet sind. 2026 ist es für Unternehmen daher unumgänglich, ihre Mitarbeitenden für die technischen Möglichkeiten der Angreifer zu sensibilisieren. Ebenso sollte Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) eingeführt werden.

Für Versicherer hat ein ganzheitlicher Ansatz der Cyberresilienz zur Folge, dass nicht mehr der reine finanzielle Transfer im Vordergrund steht. Stattdessen geht es um aktive Partnerschaften mit den Versicherten. Versicherungsprodukte müssen technische, organisatorische und strategische Maßnahmen bündeln – von Incident Response-Services über Notfallpläne, Phishing-Simulationstrainings bis zur forensischen Analyse nach einem Vorfall.

Hybride Schadensbilder erfordern kombinierte Cyber- und Vertrauensschadenversicherung

Angesichts einer immer komplexer werdenden Bedrohungslage werden Versicherungspolicen, die Cyber- und Vertrauensschadenversicherung kombinieren, 2026 unerlässlich. Denn während traditionelle Cyberversicherungen IT-bezogene Schäden wie Datenverlust, Betriebsunterbrechungen oder Lösegeldforderungen abdecken, adressieren Vertrauensschadenpolicen Schäden, die aus dem Missbrauch von Vertrauen entstehen, dazu gehören etwa durch Social Engineering ausgelöste Zahlungen oder Identitätsbetrug.

Da KI-gestützte Angriffe genau an diesem Schnittpunkt operieren, nämlich technische Systeme ausnutzen, um menschliches Vertrauen zu manipulieren, entstehen häufig hybride Schäden: Ein Angriff beginnt technisch, entfaltet aber erst durch soziale Manipulation seine Wirkung. Klassische Policen stoßen hier an Grenzen. Bündelansätze reflektieren dagegen die Realität moderner Schadenslagen und bieten Maklern wie Versicherern ein differenziertes Leistungsportfolio.

Ein solches Produktdesign darf jedoch nicht nur Schadenersatz leisten. Es muss auch präventive Dienstleistungen, Sensibilisierungstrainings, Unterstützung im Krisenfall sowie kontinuierliche Risikoanalysen umfassen. Kurz: Resilienz als Service.

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