Cyberangriffe gehören längst zum Geschäftsalltag kleiner und mittelständischer Unternehmen. Fast jedes dritte wurde im vergangenen Jahr Opfer eines solchen Angriffs. Bei einem Drittel der betroffenen Unternehmen waren Zahlungsfähigkeit oder sogar die Existenz erheblich gefährdet. Das zeigt der aktuelle Hiscox Cyber Readiness Report 2026. Die von Wakefield Research im Auftrag des Spezialversicherers durchgeführte Untersuchung macht dabei vor allem eines deutlich: Das größte Risiko liegt nicht unbedingt dort, wo Unternehmen es vermuten. Reputationsschäden werden am häufigsten gefürchtet, tatsächlich wiegen für betroffene KMU jedoch die wirtschaftlichen und operativen Folgen schwerer.
Cyberangriffe werden zum Betriebsrisiko
Besonders deutlich zeigen sich die Folgen dort, wo es für Unternehmen unmittelbar kritisch wird: bei Liquidität und Geschäftsbetrieb. Der international angelegte Hiscox Cyber Readiness Report zeigt, dass ein Drittel der betroffenen deutschen KMU (33%) durch einen Cyberangriff seine Zahlungsfähigkeit oder sogar die eigene Existenz erheblich gefährdet sah. International lag dieser Anteil mit 25% deutlich niedriger. Auch bei den Betriebsunterbrechungen zeigt sich ein Unterschied: Im Durchschnitt standen betroffene Unternehmen in Deutschland 41,7 Stunden still – fast zehn Stunden länger als im internationalen Vergleich. Cyberangriffe werden damit schnell zu einem handfesten Liquiditäts- und Betriebsrisiko.
Von Zahlungsbetrug bis KI: Das Bedrohungsspektrum wächst
Bei den Angriffsformen zeigt sich ein breites Bedrohungsspektrum. An der Spitze stehen laut Untersuchung Finanzbetrug durch sogenannte Payment Diversion (45%) – dabei werden Zahlungswege manipuliert, sodass Überweisungen auf Konten der Angreifer umgeleitet werden – und DDoS-Attacken (42%), bei denen IT-Systeme gezielt mit einer großen Zahl von Anfragen überlastet und dadurch zeitweise lahmgelegt werden. Daneben spielen der Missbrauch von IT-Ressourcen, Datenverluste sowie Ransomware und Erpressung eine wichtige Rolle.
Zusätzliche Dynamik bringt Künstliche Intelligenz (KI) in die Risikolage. Für die kommenden fünf Jahre sehen deutsche KMU insbesondere Gefahren durch manipulierte Trainingsdaten, Schwachstellen bei der Nutzung externer KI-Tools und eine zunehmende Abhängigkeit von KI. Auch die Kontrolle über Unternehmensdaten wird als relevantes Risiko gesehen.
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