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Darum gibt es keinen Corona-Effekt bei deutschen Wohnimmobilien
22. Juli 2020

Darum gibt es keinen Corona-Effekt bei deutschen Wohnimmobilien

Die Corona-Krise hat die Weltwirtschaft in diesem Jahr in die größten Rezession der letzten 100 Jahre versetzt. Deutschland ist davon als Exportnation besonders stark betroffen. An deutschen Wohnimmobilien perlt das bisher aber komplett ab. Die Experten von Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) zeigen in der „Metaanalyse Immobilien Deutschland“ die Gründe dafür auf.


Die Corona-Krise hat die Weltwirtschaft in diesem Jahr in die größten Rezession der letzten 100 Jahre versetzt. Deutschland ist davon als Exportnation besonders stark betroffen. An deutschen Wohnimmobilien perlt das bisher aber komplett ab. Die Experten von Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) zeigen in der „Metaanalyse Immobilien Deutschland“ die Gründe dafür auf.


Darum gibt es keinen Corona-Effekt bei deutschen Wohnimmobilien

Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise sowie der steigenden Staatsverschuldung wird in den kommenden Jahren keine Erhöhung der Leitzinsen durch die Zentralbanken erwartet. Damit bleibt laut FPRE der Anlagedruck weiterhin hoch, und ein deutlicher Rückgang der Immobilienpreise ist eher unwahrscheinlich. „Die konjunkturelle Lage sowie ungelöste Probleme in den Staatshaushalten vieler, auch großer Euro-Länder ‚verbieten‘ vorderhand Zinserhöhungen seitens der EZB“, sagt Dr. Stefan Fahrländer, CEO von FPRE. „Dies wurde durch die Corona-Krise noch weiter verschärft.“

Zinserhöhungen auf Jahre abgesagt

In den nächsten Monaten und Jahren nicht mit einer Erhöhung der Zinsen zu rechnen, die sich nun schon seit einigen Jahren auf einem Rekordtief befinden. Verschiedene Zentralbanken haben FPRE zufolge auch bereits zum Ausdruck gebracht, dass sie die Konjunktur mit geldpolitischen Maßnahmen weiterhin unterstützen werden, bis die Wirtschaft wieder richtig in Schwung kommt. Dies könne aber noch dauern.

Inflation weit unter EZB-Ziel

Das ifo Institut geht in seinen neuesten Konjunkturprognosen von einem BIP-Wachstum von –6,7% im Jahr 2020 und 6,4% im Jahr 2021 aus. Die Inflationsprognose senkte es auf 0,5% für 2020 und 1,1% für 2021. In Frühjahrsprognose lagen die Werte noch bei 1,0 und 1,5%. Zudem liegt der Wert noch deutlich unter dem 2%-Inflationsziel der EZB. Somit ist laut der FPRE-Analyse nicht verwunderlich, dass verschiedene Banken keine Zinserhöhung bis mindestens Ende 2021 erwarten.

Staatliche Hilfen begrenzen Mieteinbußen (noch)

Laut Fahrländer gibt es neben dem schon seit Jahren bestehenden Zinseffekt auch noch eine weitere Erklärung dafür, dass die Immobilienpreise für Wohneigentum bislang keinen „Corona-Effekt“ zeigen. Es sei schlicht noch zu früh, denn staatliche Hilfen konnten Einbußen bei Mietzinseinnahmen bisher begrenzen. „Entscheidend für die volkswirtschaftlichen Auswirkungen und letztlich auch die Auswirkungen auf die Immobilienmärkte ist die Dauer der Krise“, sagt Stefan Fahrländer. „Je länger diese ist, desto gravierender werden die Folgen.“

Nächste Expertenumfrage im Herbst

In der Frühjahrsumfrage von FPRE vom Mai 2020 gingen jedenfalls trotz Corona noch ein Großteil der Teilnehmer von weiterhin steigenden Preisen für Eigentumswohnungen aus. Die nächste Umfrage findet im Herbst statt – und könnte dann schon mehr Aufschluss über die Dauerhaftigkeit der Resistenz deutscher Wohnimmobilien gegenüber der Corona-Krise geben. (mh)

Bild: © tanu – stock.adobe.com




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