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7. Januar 2026
Diese Regionen sind besonders vom Klimawandel bedroht
Diese Regionen sind besonders vom Klimawandel bedroht

Diese Regionen sind besonders vom Klimawandel bedroht

Welche Städte und Gemeinden hierzulande heute und im Jahr 2050 besonders von Sturm, Starkregen, Hitze, Dürre und Hagel betroffen sind, zeigt der neue Klimarisikoindex. Entwickelt haben die Studie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die ERGO Versicherung.

Wie sehr Städte und Gemeinden in Deutschland künftig vom Klimawandel betroffen sein werden, variiert je nach Region deutlich. Insbesondere Regionen in Küstennähe oder entlang großer Flüsse sind immer stärker gefährdet. Das geht aus einer neuen Studie der IW Consult auf Grundlage des Risikomodells K.A.R.L. der Köln.Assekuranz hervor, einer Tochter der ERGO Versicherung. Die Forscher zeigen darin, wie stark Regionen heute und im Jahr 2050 den Folgen des Klimawandels ausgesetzt sind. Analysiert wurden verschiedene klimatische Gefahren wie Hitze, Hitzewellen, Wasserknappheit, Dürre, Starkregen, Überschwemmungen, Sturmfluten, Stürme, Tornados und Hagel. Jede Gefahr wurde auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet (0 = geringes Risiko, 10 = hohes Risiko). Besonders schädliche Risiken wie Überschwemmungen, Starkregen und Sturmfluten wurden den Experten zufolge stärker gewichtet. Daraus wurde ein Gesamtwert – den Klimarisikoindex – für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt ermittelt.

Wilhelmshaven führt die Rangliste an

Die größten Klimarisiken für die städtische Infrastruktur sind in Wilhelmshaven zu beobachten, das im Index aktuell bei 5,7 liegt und bis zum Jahr 2050 auf 5,9 steigt. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert aller untersuchten Regionen. Die geringsten Risiken wurden für Kempten im Allgäu ermittelt: Kempten steigt von 2,8 auf 3,1 im Jahr 2050. Auch wenn die Gefahr für Starkregen deutlich zunimmt, bleiben die Risiken heute wie 2050 vergleichsweise niedrig.

Deutschland vor allem betroffen von Sturm, Starkregen und Hitzestress

Von allen zehn untersuchten Naturgefahren ist Deutschland vor allem Sturm, Starkregen, und Hitzestress ausgesetzt. So stellt Sturm schon heute eine der größten Gefahren bundesweit dar: Alle Kreise und kreisfreien Städte bewegen sich im Index oberhalb von dem Wert 7,5. Bis 2050 wächst die Bedrohung. Am stärksten steigt sie in den Landkreisen Neu-Ulm, Biberach und Lindau.

Von Starkregen ist jede vierte Region hierzulande betroffen (Index über 7,5) – Tendenz steigend. Am stärksten nimmt die Gefahr in bergigen Gegenden zu, etwa in Kempten im Allgäu, im Landkreis Oberallgäu oder im Märkischen Kreis.

Bei Hitzestress handelt es sich noch um keine weit verbreitete Bedrohung, das Risiko wächst aber in den kommenden Jahren am stärksten. Bis 2050 werden laut Klimarisikoindex 372 der 400 Regionen unter zunehmender Hitze leiden (Index über 3). Besonders betroffen sind die brandenburgischen Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland und Dahme-Spreewald.

Diese Regionen sind besonders vom Klimawandel bedroht

In Kommunen mangelt es an Mittel für Klimainvestitionen

„Vielen Kommunen fehlte bislang das Geld, um sich hinreichend auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten “, erklärt IW-Experte Hanno Kempermann. Die Mittel aus dem Sondervermögen müssten daher auch bei den Kommunen landen. Doch das reiche nicht: „Wenn Bund und Länder die Kommunen weiter mit Aufgaben überfrachten, ohne für die Finanzierung zu sorgen, bleiben notwendige Investitionen auch künftig auf der Strecke“, so Kempermann weiter.

„Der Klimawandel betrifft alle – aber nicht überall gleich stark“, betont Olaf Bläser, Vorsitzender des Vorstands der ERGO Versicherung AG. Mit dem Klimarisikoindex schaffe man eine wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Grundlage, damit Politik, Wirtschaft und Kommunen gezielt Vorsorge treffen können. (tik)

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