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20. Oktober 2021
Deka zieht sich weitgehend aus Riester-Geschäft zurück
frankfurt, hesse/germany - 11 10 18: deka sparkassen building in frankfurt germany

Deka zieht sich weitgehend aus Riester-Geschäft zurück

Die Deka fährt ihr Neugeschäft mit Riester-Fondssparplänen massiv herunter. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf das anhaltende Niedrigzinsumfeld. Der Fondsanbieter senkt den Ausgabeaufschlag ab November auf 0% und bewirbt die Riester-Produkte nicht weiter.

Nach DWS und Union Investment zieht sich nun auch Deka Investments zunehmend aus dem Geschäft mit Riester-Verträgen zurück. Während die Deutsche-Bank-Tochter DWS ihr Angebot im Juli dieses Jahres komplett eingestellt hat (AssCompact berichtete), verlängerte Union Investment die Mindestlaufzeit von Riester-Verträgen auf 20 Jahre. Kunden ab 47 erhalten keine Neuverträge mehr bei dem Fondsanbieter der Genossenschaftsbanken.

Keine angemessene Rendite

Nun folgt mit der Deka ein dritter großer Anbieter von Riester-Fondsparplänen – diesmal aus der Sparkassen-Finanzgruppe. Das geht aus einem Bericht des Magazins Capital hervor, der mittlerweile vonseiten der Deka bestätigt wurde. Auslöser für diesen Schritt ist nach Unternehmensangaben das andauernde Niedrigzinsumfeld, durch das es unter Berücksichtigung der gesetzlichen Beitragsgarantien nicht mehr möglich sei, eine angemessene Rendite zu erzielen.

Ausgabeaufschlag sinkt auf 0%

Genau genommen zieht sich die Deka nicht komplett aus dem Angebot von Riester-Fondsverträgen zurück. Sie will sie aber nicht länger bewerben und macht sie auch für den Vertrieb zunehmend unattraktiv. Der Ausgabeaufschlag für die beiden betroffenen Produkte wird demnach ab November auf 0% abgesenkt. Für die Bestandskunden mit Riester-Verträgen bei der Deka ändert sich (fast) nichts. Sie profitieren von dem Schritt sogar, da auch sie künftig keinen Ausgabeaufschlag mehr entrichten müssen.

Beitragsgarantie stellt Anbieter vor hohe Hürden

Dieser Schritt verdeutlicht weiter, wie dringend eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge geboten ist. Durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld fällt es den Anbietern schwer, genug Rendite zu erwirtschaften, um die gesetzlich vorgeschriebene 100%-ige Beitragsgarantie für Riester-Produkte einzuhalten. Die DWS hatte die Einstellung ihres Riester-Geschäfts mit einer Kritik an der Großen Koalition verbunden, die in ihrem Koalitionsvertrag eine Reform der privaten Altersvorsorge angekündigt hatte, die Legislaturperiode jedoch ungenutzt verstreichen ließ. (tku)

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Union Investment Kunden ab einem Alter von 40 Jahren keine Riester-Verträge mehr anbietet. Korrekt ist jedoch, dass die Kunden jünger als 47 Jahre alt sein müssen. 

Bild: © Tobias Arhelger – stock.adobe.com

 

Leserkommentare

Gespeichert von Jan Lanc (392496) am 21. Oktober 2021 - 17:57

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Bei den geforderten Garantien wird wohl kaum ein Anbieter übrig bleiben. Die Riester muss reformiert werden!