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19. Mai 2021
Deutlich weniger Kfz-Diebstähle im Jahr 2020
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Deutlich weniger Kfz-Diebstähle im Jahr 2020

Die deutsche Polizei verzeichnete 2020 bundesweit einen deutlichen Rückgang von Kfz-Diebstählen, wie Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen. Dies gilt auch für Diebstähle bzw. Unterschlagungen von Lkws und Mietfahrzeugen. Neuerdings haben es Langfinger gezielt auf Katalysatoren älterer Autos abgesehen.

Die Zahl von Kfz-Diebstählen ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, wie aus dem Bundeslagebild Kfz-Kriminalität des Bundeskriminalamtes (BKA) hervorgeht. Mit 14.025 dauerhaft entwendeten Pkws registrierte die deutsche Polizei einen Rückgang von 14,6% gegenüber 2019. Auch die Diebstähle bzw. Unterschlagungen von Lkws und Mietfahrzeugen sind im Berichtsjahr 2020 weniger geworden. So sank die Zahl der dauerhaft abhandengekommenen Lkws im Vergleich zum Jahr 2019 um 24,1% auf 637 Fälle. 2019 waren es noch 839. Die Zahl der entwendeten Mietfahrzeuge verringerte sich um 15,5% auf 1.082. Zum Vergleich: 2019 wurden 1.281 Taten registriert.

Auswirkungen der pandemiebedingten Reisebeschränkungen

Laut BKA hätten sich offensichtlich Maßnahmen wie Grenzschließungen oder die Einschränkung grenzüberschreitender Reisebewegungen im Zuge der Covid-19-Pandemie auch auf das Tatgeschehen ausgewirkt. Während des bundesweiten Lockdowns im April und Mai 2020 wurden jeweils weniger als 1.000 Fahrzeugdiebstähle verzeichnet – gegenüber 1.600 bis 1.700 Taten in den restlichen Monaten des Jahres 2020.

Über Litauen und Polen nach Zentralasien oder in den Nahen Osten

Den Daten des BKA zufolge spielt Osteuropa und hier vor allem Litauen und Polen nach wie vor eine bedeutende Rolle bei der Verschiebung von in Deutschland gestohlenen Fahrzeugen oder Fahrzeugteilen. Das Diebesgut wird von dort aus meist über den Landweg nach Zentralasien oder über den Seeweg in den Nahen Osten verschoben und dort weiterverkauft. Auch die Türkei erweise sich laut BKA für Tätergruppierungen als wichtiger Transitstaat im Hinblick auf Absatzmärkte im Mittleren und Nahen Osten. Fahrzeugdiebe in dieser Region nutzten 2020 verstärkt die Vereinigten Arabischen Emirate als Ziel- und Transitland.

Langfinger nehmen gezielt Katalysatoren aus älteren Pkws ins Visier

Kriminelle haben es nicht nur auf komplette Fahrzeuge abgesehen, sondern auch auf hochwertige Einzelteile. Als neues Phänomen bezeichnet das BKA den gezielten Diebstahl von Katalysatoren aus meist älteren Autos. Grund für das hierfür ist das in Katalysatoren enthaltene oft hochwertige Metall, das für Täter von besonderem Interesse ist. Die Diebstähle erfolgen überwiegend im öffentlichen Verkehrsraum. Dabei werden die Katalysatoren in kürzester Zeit und nahezu geräuschlos entfernt.

Vermehrter Diebstahl von Displays aus landwirtschaftlichen Maschinen

Neuerdings wurden außerdem vermehrt hochpreisige GPS-Einheiten und Displays aus landwirtschaftlichen Maschinen Objekte diebischer Begierde.

Insgesamt ist die Entwendung hochwertiger Kfz-Komponenten wie Navigationsgeräte, Airbags oder Batterien von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten, nach wie vor ein lukratives Geschäft für Kriminelle. Laut BKA würden auch in Deutschland gestohlene Autos zerlegt, um die Einzelteile in den Nahen Osten zu verkaufen – vor allen in den Libanon und seit Kürzerem auch in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die begehrtesten Marken für Autodiebe

Wie in den Jahren zuvor haben es Kriminelle auch 2020 vor allem auf Fabrikate der deutschen Hersteller VW, Audi, Mercedes und BMW abgesehen. Diese Autobauer waren in der Statistik der dauerhaft abhandengekommenen Pkws überrepräsentiert. Gleichwohl sind die Entwendungszahlen bei diesen gesunken, während es bei einigen ausländischen Herstellern Anstiege gab. Einen überdurchschnittlichen Anstieg sowie ein Allzeithoch bei den Belastungszahlen hinsichtlich der dauerhaft abhandengekommenen Pkws habe laut Bundeslagebild Kfz-Kriminalität der Fahrzeughersteller Land Rover erreicht. (tk)

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