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Deutlich weniger Zwangsversteigerungen in Deutschland
11. Februar 2019

Deutlich weniger Zwangsversteigerungen in Deutschland

Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist 2018 kräftig gesunken. Das zeigt eine Auswertung des Fachverlags Argetra. Demnach wurden im vergangenen Jahr etwa 8.000 Immobilien weniger versteigert. Das könnte sich aber schon bald drastisch ändern.


Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist 2018 kräftig gesunken. Das zeigt eine Auswertung des Fachverlags Argetra. Demnach wurden im vergangenen Jahr etwa 8.000 Immobilien weniger versteigert. Das könnte sich aber schon bald drastisch ändern.


Deutlich weniger Zwangsversteigerungen in Deutschland

In Deutschland wurden laut dem Fachverlag Argetra im vergangenen Jahr insgesamt 18.449 Immobilien zwangsversteigert. Der gesamt Verkehrswert der Zwangsversteigerungen lag bei 3,85 Mrd. Euro. Damit sind beide Zahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. 2017 kamen noch 25.740 Häuser, Wohnungen oder Grundstücke unter den Hammer. Der Verkehrswert der betroffenen Immobilien lag bei 4,23 Mrd. Euro. Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser stellten mit einem Anteil von gut zwei Dritteln weiterhin die große Mehrheit der zwangsversteigerten Immobilien.

Die Hochburgen der Zwangsversteigerungen

Hochburg der Zwangsversteigerungen ist Sachsen-Anhalt. In dem Bundesland kam es 2018 zu 104 Terminen bezogen auf 100.000 Einwohner. Knapp dahinter Rheinland-Pfalz mit 100 Termine. Das Saarland (92 Termine) und Sachsen (91 Termine) haben ebenfalls relativ hohe Quoten. Am niedrigsten sind die Quoten in den Stadtstaaten in Hamburg (10 Termine) und Berlin (18 Termine). Auch in Bayern gibt es mit 30 Termine auf 100.000 Einwohne relativ weniger Zwangsversteigerungen. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 52 Termine.

Erbstreitigkeiten immer häufiger Versteigerungsgrund

Insgesamt ist die Zahl der Zwangsversteigerungen seit gut zehn Jahren rückläufig. Wie im Vorjahr endete in etwa jedes zweite eröffnete Zwangsversteigerungsverfahren nicht im Gerichtssaal, sondern mit einem vorzeitigen Verkauf. Grund für die Zwangsversteigerung sind immer öfter Erb- und Scheidungsstreitigkeiten. Der Anteil der sogenannten Teilungsversteigerungen ist von 17 auf 18,4% gestiegen.

Bei einer Zinswende droht der große Knall

Insgesamt nimmt die Zahl dennoch weiter deutlich ab. Axel Mohr, Geschäftsführer des Fachverlags Argetra, der für die Auswertung die Zwangsversteigerungen an mehr als 500 Amtsgerichten untersucht, sieht vor allem die aktuell niedrigen Zinsen als Grund für die sinkende Zahl an Zwangsversteigerungen. Entsprechend könnten eine mögliche und die damit verbundene Verteuerung vieler Finanzierungen, erstmals seit 2008 wieder einen deutlichen Anstieg der Zwangsversteigerungen zur Folge haben. „Wenn die Zinsen wieder steigen, wird das richtig knallen”, meint Mohr. (mh)




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