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12. Mai 2021
DIA-Studie: Online-Dashboard für die Altersvorsorge
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DIA-Studie: Online-Dashboard für die Altersvorsorge

Eine Studie im Auftrag des DIA hat untersucht, inwieweit auch im Bereich der Altersvorsorge eine Digitalisierung möglich und nötig ist. Sie schlägt ein kostenfreies Dashboard vor. Die geplante säulenübergreifende Rentenübersicht sei lückenhaft, da sie finanzmarktnahe Anlagen faktisch ausschließe.

Ein kostenfreies und für alle zugängliches Dashboard zur Altersvorsorge, das als digitale Übersichtsseite und Instrumententafel fungiert, wäre geeignet, die erhebliche Fehlstelle zu schließen, die derzeit noch bei der Online-Beratung für die Einkommens- und langfristige Alterssicherung besteht. Zu diesem Schluss gelangt zumindest die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) mit dem Titel „Treiber und Widerstände bei der Online-Beratung zur Altersvorsorge“. Die Studie wurde von Prof. Dr. Andreas Oehler (Universität Bamberg) im Auftrag des DIA angefertigt.

Über das vorgeschlagene Dashboard soll ein Zugang zum Status quo aller zukünftigen Zahlungsströme aus gesetzlich vorgeschriebener und zusätzlicher Altersvorsorge in einfacher, verständlicher und vergleichbarer Form möglich sein. Es soll Schätzungen zur aktuellen und zukünftigen Wertentwicklung inklusive der Kaufkraftentwicklung liefern sowie gut verständliche Informationen zur Funktions- und Wirkweise der verschiedenen Produktformen im vorhandenen Portfolio insgesamt und in seinen einzelnen Schichten bereithalten. Außerdem sollen auch Hinweise zu möglichem weiterem Handeln für die Zukunft mit Formen zur weiteren Einkommenssicherung eingeschlossen sein. Und natürlich sollen alle Informationen im Rahmen einer hohen Datensicherheit und eines hohen Datenschutzes gegeben werden und auf allen relevanten Geräten (Desktop, Laptop, Tablet, Smartphone) abrufbar sein können.

Die DIA-Studie hat im Rahmen einer Analyse untersucht, inwieweit auch im Bereich der Altersvorsorge eine Digitalisierung möglich und nötig ist. Das Ergebnis: Dem steigenden Bedarf an verständlicher, umfassender und verlässlicher Unterstützung bei der individuellen Planung und Entscheidung von Vorsorgeangelegenheiten stünden derzeit kaum nützliche digitale oder digital-analog kombinierte Tools und Anwendungen zur Beratung im Bereich der Altersvorsorge gegenüber. Wenn solche Modelle angeboten würden, dann basierten und firmierten diese allgemein unter Geldanlage bzw. Investment für nicht-professionelle Investoren, insbesondere in Gestalt der inzwischen zahlreichen Robo Advisors. Für den unmittelbaren Zweck der Altersvorsorge hingegen seien kaum Lösungen zu finden.

Geplante säulenübergreifende Rentenübersicht lückenhaft

Die Studie setzt sich auch mit der von der Bundesregierung geplanten säulenübergreifenden digitalen Rentenübersicht auseinander, die im Vergleich zur bisherigen Situation eine Verbesserung der Informationen zu den Einkünften im Alter bringen wird. Zugleich wird aber kritisch angemerkt, dass der faktische Ausschluss finanzmarktnaher Anlagen nicht nur ein lückenhaftes Abbild möglicher Einnahmequellen im Alter erzeugt, sondern auch den Wettbewerb zwischen den Angeboten verschiedener Finanzdienstleister zur Altersvorsorge verzerrt, beispielsweise zulasten der international breit streuenden ETFs. Auch seien wesentliche Aspekte, wie der Einfluss von Steuern und Sozialabgaben und die eigentlich übliche Szenariotechnik hinsichtlich Rendite- und Risikoentwicklung, bislang nicht vorgesehen. Daher kommt der Studienautor auf der Grundlage von zahlreichen Experteninterviews zum Schluss, dass es einer deutlich weitergehenden digitalen Lösung bedarf.

Zentral für ein Dashboard wie vorgeschlagen ist nach Auffassung des Studienautors eine einheitliche, standardisierte Schnittstelle, die eine musterhafte Vorgabe der eingespeisten Informationen enthält. Dabei werden vor allem die Legislative und Exekutive in der Pflicht gesehen, einen entsprechenden glaubwürdigen und aussagekräftigen Rahmen zu schaffen. So entstehe Rechtssicherheit, was bei passender Ausgestaltung für alle Seiten vorteilhaft sei.

Die DIA-Studie „Treiber und Widerstände bei der Online-Beratung zur Altersvorsorge“, für die eine Vielzahl von Experteninterviews durchgeführt wurden, steht hier zur Verfügung. (ad)

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