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6. September 2021
Diese Wirkung haben Mietendeckel & Co. in der Realität

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Diese Wirkung haben Mietendeckel & Co. in der Realität

Der Mietendeckel für Berlin war eine der umstrittensten politischen Maßnahmen der deutschen Wohnungspolitik. PwC Deutschland hat nun die tatsächlichen Auswirkungen von Mietregulierungen wie insbesondere dem Mietendeckel in Berlin analysiert. Demnach habe dieser sein sinnvolles sozialpolitische Ziel klar verfehlt.

Die Mieten in Deutschland steigen seit Jahren rasant an. Die Politik versucht dem durch diverse Regulierungen entgegenzuwirken, allen voran in Berlin. PwC Deutschland hat mit der Studie „Mietendeckel & Co. – Wirtschaftliche Auswirkungen von Mietregulierungen auf den Immobilienmarkt“ diese regulatorischen Eingriffe nun analysiert.

Vorrangig überdurchschnittliche Einkommen profitieren

Der Mietendeckel hat der Studie zufolge zwar das Berliner Mietniveau im Schnitt um 8% abgesenkt. Jedoch hätten von den Mietabsenkungen vorrangig überdurchschnittliche Einkommensschichten bzw. bessere Wohnlagen profitiert. Einkommensschwächere Gegenden hingegen profitierten hingegen weniger. „Der Mietendeckel hat das sinnvolle sozialpolitische Ziel – bezahlbare Mieten vor allem für Einkommensschwächere – im Ergebnis verfehlt“, resümiert daher Dr. Harald Heim, Partner bei PwC Deutschland.

Verschärfter Wettbewerb für Wohnungssuchende

Die Zahl der zur Vermietung angebotenen Wohnungen ist in der gleichen Zeit um fast 60% zurückgegangen, während die anderen Top-6-Städte in Deutschland einen Anstieg von durchschnittliche 35% verbuchten. Das verknappte Angebot habe den Wettbewerb für Wohnungssuchende in Berlin erheblich verschärfte, insbesondere für Zuziehende und Familien mit wachsendem Wohnraumbedarf. Mit durchschnittlich 140 Interessenten pro Inserat lag Berlin 2020 deutlich über den anderen deutschen Großstädten. Auf Platz 2 folgte Köln mit 63 Interessenten pro Inserat und damit bereits mit weniger als der Hälfte wie in Berlin.

Vermietungen oft nicht mehr wirtschaftlich

Das Preisniveau für Wohnimmobilien lag deutschlandweit laut der Bundesbank zum Februar 2021 um 15 bis 30% über dem durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren gerechtfertigten Niveau. Mit der Reduzierung der Mieten sowie der Begrenzung des Mietwachstums durch den Berliner Mietendeckel und Kaufpreistreiber wie einem anhaltenden Nettozuzug, wurde diese Entwicklung in Berlin verstärkt. Als Resultat ist der Ankauf und die Vermietung von Wohnimmobilien laut der PwC-Studie mit teils in negativen Nettoanfangsrenditen oft wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Als wirtschaftlicher Ausweg bleibe dann nur der Verkauf als Eigentumswohnung für den Selbstnutzer.

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