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Digitale Fitness-Tipps (5): Von „Super-Apps“ und Acceleratoren
02. Juni 2020

Digitale Fitness-Tipps (5): Von „Super-Apps“ und Acceleratoren

In regelmäßigen Abständen analysiert Christoph Bubmann, CEO von digitransform.de, für AssCompact Fragen der Digitalisierung. Diesmal erklärt er die Trends hin zu Super-Apps und zum Conversational Insuring. Dabei stellt er sich die Frage: Bleiben die Etablierten etabliert?


In regelmäßigen Abständen analysiert Christoph Bubmann, CEO von digitransform.de, für AssCompact Fragen der Digitalisierung. Diesmal erklärt er die Trends hin zu Super-Apps und zum Conversational Insuring. Dabei stellt er sich die Frage: Bleiben die Etablierten etabliert?


Digitale Fitness-Tipps (5): Von „Super-Apps“ und Acceleratoren

Für die deutschen Versicherten werden Angebote von Digitalkonzernen à la Google oder Amazon immer interessanter. Diesen Trend bestätigt auch die Ausgabe „Banking & Insurance“ aus der Studienreihe Trendmonitor Deutschland. Demnach ist jeder Dritte Deutsche (33%) bereit, eine Versicherung bei einem Anbieter abzuschließen, dessen Kerngeschäft nicht die Versicherungen sind. Das Vertrauen steigt und Trendtechnologien setzen neue Maßstäbe in den Köpfen der Kunden.

Gerade in den kommenden Jahren müssen Versicherer die Chance ergreifen, aktuelle Trendtechnologien in das eigene Angebot zu integrieren und für besseren Kundenservice zu nutzen. Neue Anwendungsideen rund um mobile Endgeräte werden immer vielschichtiger.

Jegliche Kommunikation inklusive „Pay“ über eine App

Ein relevanter Trend, der in Mobile-First-Regionen wie Asien schon stark ausgeprägt ist, wird auch in Europa Fuß fassen. Die sogenannten „Super-Apps“. Sie vereinen mehrere Funktionen unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche. Das können Sie sich so vorstellen, als wenn Sie beispielsweise Ihre Kommunikation (WhatsApp, FaceTime, Skype), Social Media (Facebook), Einkäufe (Amazon, eBay) und Mobilitätsservices (Uber, Taxi, Mietwagen) nur über eine einzige App steuern.

Das chinesische „WeChat“ mit über 1,15 Milliarden monatlichen Nutzern ist das Paradebeispiel dieser Alleskönner. Mit „WePay“ und „WeBank“ bietet es Zahlungs- und Banking-Funktionen an. „Apple Pay“ und „Google Pay“ sind Reaktionen auf dieses sehr erfolgreiche Angebot in Asien. Asiaten kaufen sehr gerne europäische Markenprodukte. Händler in Frankfurt haben sich schon darauf eingestellt und lassen Zahlungen über „WePay“ zu.

Soweit zum „Pay“. Und wie sieht es mit einem „WeInsure“ aus? Auch Versicherungen sollen zukünftig in „WeChat“ eingebunden werden. Erste Pilotversuche gibt es schon. Die AXA bietet chinesischen Verbrauchern bereits im Ökosystem von „WeChat“ mit „AXA Go“ einen Service an, über den beispielsweise eine Reiseversicherung abgeschlossen werden kann. Weitere Produkte sollen entlang der Customer Journey im Bereich Reise entstehen.

Erste Tests für „Conversational Insuring“

Auch das „Internet der Dinge“ und die Nutzung von sprachbasierten Assistenten wie Amazon Alexa gewinnen zunehmend an Bedeutung. In immer mehr Haushalten sind smarte Geräte zu finden, die nicht nur einen Zugang zum Internet haben, sondern auch „Conversational Banking“ also Bankgeschäfte über sprach- und textbasierte Schnittstellen abwickeln könnten. Die ersten Schritte zum Übergang der Technologie in das „Conversational Insuring“ sind bereits getätigt. Zahlreiche Start-ups beschäftigen sich mit dem Thema und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auch in den deutschen Markt eintreten werden.

Die Versicherungslandschaft wird sich neu formieren. Etablierte Versicherer werden sich die Innovationen genau anschauen und überprüfen, wie die Technologien in das eigene Ökosystem integriert werden können. Interessant zu beobachten ist hier unter anderem die Allianz, die im Rahmen des „OnRamp Insurance Accelerator“ im kalifornischen Palo Alto frühzeitig in vielversprechende Start-ups investiert. Welche Technologien sich bei uns durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.

Fünfter Tipp: Was heißt das jetzt für Sie vor Ort?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Nur ein voll digitalisierter Kunde ist ein maximal gebundener Kunde. Also:

  • Probieren Sie die digitalen Produkte ALLE selbst aus. Nur wer eigene Anwendungsroutine hat, kann überzeugend für sein Haus sprechen!
  • Zeigen Sie jedem die tollen Funktionen Ihrer mobilen Anwendungen! Gerade ihre Scanfunktion ist doch für jeden Kunden mehrwertig. Schließlich spart es Zeit (und Nerven).
  • Und zuletzt: Machen Sie sich selbst digital fit und bleiben Sie auf dem aktuellen Stand! In den vorherigen Kolumnen haben wir Ihnen bereits einige interessante Tools, wie beispielsweise den „Google News Alert“, gezeigt, damit Sie weiterhin sprechfähig zu den digitalen Branchentrends bleiben.

Um auf die eingangs zugegeben etwas reißerisch formulierte Frage „Bleiben die Etablierten etabliert?“ einzugehen: wir können es nicht sicher beantworten. Was wir jedoch wissen, ist, dass die Etablierten sich ganz genau anschauen, was auf der Welt passiert. Schließlich sind sie bereits bei diversen Pilotprojekten oder Acceleratoren vertreten. Es bleibt abzuwarten, welcher Trend beim Trend bleibt und welcher den Sprung zum Hygienefaktor vollzieht.

Über den Autor

Christoph Bubmann ist CEO von www.digitransform.de. Sein Ziel ist es, mit seinem Team digitale Zusammenhänge so zu vermitteln, dass jeder sofort den persönlichen Nutzen erkennt und Neugier entwickelt, selbst weiterzumachen. Denn wer einen persönlichen Nutzen erkennt, ist bereit, sein eigenes Verhalten zu verändern.

Lesen Sie auch: Digitale Fitness-Tipps (4): Google – Ihr privater Nachrichtensender

Wie etablierte Versicherer in einer digitalisierten Welt ihre Kunden behalten

Bild: SFIO CRACHO © – stock.adobe.com


Christoph Bubmann Christoph Bubmann



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