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27. August 2021
DWS wehrt sich gegen Greenwashing-Vorwürfe

DWS wehrt sich gegen Greenwashing-Vorwürfe

Wie nachhaltig legt die DWS die Gelder ihrer Kunden an? Mit dieser Frage hat sich das Wall Street Journal in einem aktuellen Bericht beschäftigt und schwere Vorwürfe erhoben. Auch US-Behörden würden diesbezüglich ermitteln. Die DWS hat dazu nun bereits Stellung bezogen.

Die Aktie der DWS ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. Hintergrund ist ein Bericht des Wall Street Journal. Demnach soll die Fondsgesellschaft die Angaben zu Nachhaltigkeitskriterien in ihrem Asset-Management zu hoch angesetzt haben. Laut dem Bericht habe die frühere Leiterin der Abteilung für Nachhaltigkeit, Desiree Fixler, angegeben, dass die DWS Investitionen auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien überbewertet habe. Untersuchungen durch US-Behörden wie etwa die Börsenaufsicht SEC zu diesem Fall befänden sich in einem frühen Stadium.

Schwere Vorwürfe

Das Wall Street Journal beruft sich in der Berichterstattung auf Desiree Fixler und Dokumente, wonach die DWS Probleme mit ihrer Strategie für ökologische, soziale und Governance-Investitionen (ESG) habe. Die Fondsgesellschaft habe Investoren bisweilen ein zu rosiges Bild der Realität gezeichnet. So steht im Jahresbericht 2020 der DWS, dass mehr als die Hälfte ihrer 793 Mrd. Euro zu diesem Zeitpunkt nach einem System investiert waren, bei dem Unternehmen anhand von ESG-Kriterien eingestuft werden. Laut dem Bericht des Wall Street Journal habe eine interne Bewertung, die einen Monat zuvor durchgeführt wurde, aber ergeben, dass nur ein Bruchteil der Anlageplattform das Verfahren mit einer ESG-Integration angewandt habe. Für wichtige Anlageklassen gebe es bei der DWS noch nicht einmal eine quantifizierbare oder überprüfbare ESG-Integration.

DWS weist Anschuldigungen zurück

Die DWS hat bereits Stellung zu den Vorwürfen bezogen. Die Fondsgesellschaft steht demnach zu den Offenlegungen in ihren Jahresberichten. „Wir weisen die Anschuldigungen einer ehemaligen Mitarbeiterin entschieden zurück“, so die Gesellschaft in einer offiziellen Stellungnahme. Die DWS werde sich im Rahmen ihrer treuhänderischen Verantwortung im Namen ihrer Kunden weiterhin konsequent für nachhaltige Geldanlage einsetzen und sei stets eindeutig in den Offenlegungen gewesen.

ESG Integration vs. dezidiert nachhaltig

Die Fondsgesellschaft verweist darauf, dass sie im Geschäftsbericht 2020 zwischen „ESG integrierten AuM“ und „ESG AuM“ (dezidierte ESG Produkte) unterscheidet. Beide Klassifizierungen seien ausgewiesen. Wie im Jahresbericht 2020 auf Seite 103 dargelegt, habe die DWS Strategien als „ESG-integriert“ klassifiziert, wenn sie aktiv verwaltet wurden und eine Abdeckung von mehr als 90% des Portfolios durch ESG-Daten aufwiesen. Solche „ESG-integrierten AuM“ wurden nicht auf die dezidierten ESG Produkte der DWS angerechnet. Die absoluten Zahlen seien auf Seite 106 des Geschäftsberichts 2020 transparent aufgeführt. Dort steht tatsächlich, dass Ende 2020 ein nach spezifischen ESG-Kriterien und nachhaltig verwaltetes Vermögen von 75,6 Mrd. Euro ausgewiesen wird und damit deutlich weniger als die Hälfte der insgesamt 793 Mrd. Euro. (mh)

Bild: © Josie Elias – stock.adobe.com