Die Landschaft der Haftpflichtversicherungen für Hunde und Pferde ist in Bewegung. Das zeigt das aktuelle Rating von Franke und Bornberg zum Thema. Darin wurden 173 Tarife von 88 Anbietern in der Hundehaftpflicht sowie 136 Tarife von 76 Anbietern in der Pferdehaftpflicht untersucht, damit Vermittler den besten Riecher für gute Tarife entwickeln können. Schließlich ist es Kunden gerade bei ihren Vierbeinern besonders wichtig, beim Thema Versicherungsschutz fest im Sattel sitzen zu können.
In Deutschland leben rund 10,5 Millionen Hunde in gut einem Fünftel aller Haushalte, schreibt Franke und Bornberg unter Berufung auf eine Auswertung vom Zentralverband der Heimtierbranche aus dem Jahr 2024. Hinzu kommen rund 600.000 Haushalte mit Pferdebesitz, laut Deutsche Reiterliche Vereinigung. Verursachen diese Tiere Schaden an Dritten, haften die Halter persönlich, wodurch die Tierhalterhaftpflichtversicherung existenziell wird, so Franke und Bornberg. Schäden, die durch Katzen verursacht werden, sind von der privaten Haftpflichtversicherung gedeckt, bei Pferden und Hunden allerdings muss die Tierhalterhaftpflicht greifen. Fazit der Untersuchung ist, dass der Markt wächst und die Qualität folgt – das allerdings eher im Schritt als im Gallop.
Das ist der Ratingjahrgang 2026
Die Zahl der bewerteten Anbieter ist erneut gestiegen. Im Segment Hund sind 88 Gesellschaften im Rating vertreten, im Segment Pferd 76, jeweils mehr als im Vorjahr. Die Ratingkriterien selbst bleiben unverändert; im Hunde-Segment prüft Franke und Bornberg weiterhin 35, im Pferde-Segment 37 Kriterien. Das gewährleiste direkte Vergleichbarkeit mit den Vorjahresergebnissen und mache Fortschritte, oder deren Ausbleiben, unmittelbar sichtbar, so das Ratinghaus.
Für Top-Noten gelten in beiden Segmenten gleiche Kernstandards: eine Deckungssumme von mindestens 20 Mio. Euro für Personen- und Sachschäden sowie Versicherungsschutz für Schäden an gemieteten und geliehenen beweglichen Sachen. Die Pferde-THV verlangt darüber hinaus, dass Fohlen und Jungtiere mindestens zwölf Monate mitversichert sind.
Notenverteilung Tierhalterhaftpflicht Hund
Von 173 analysierten Hundetarifen erreichen 9,8% die Bestnote FFF+ (hervorragend). Im Vorjahr schafften das 8,7% der Tarife. Fast ein Drittel der Tarife (29,5%) erhält die Note FFF (sehr gut). Ein solider, aber kein spektakulärer Fortschritt, findet Franke und Bornberg.
Schwachstellen bewerteter Tarife liegen häufig, wie auch in den vergangenen Jahren angemerkt, bei der Deckung von Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen und am Inventar der Reiseunterkunft. Auch Forderungsausfalldeckung und Neuwertentschädigung zeigen in schwächeren Tarifen wiederholt Lücken. Gleiches gilt für Leistungen bei Schäden an Figuranten, also Menschen, die bei der Ausbildung von schutz- und Rettungshunden als Übungspartner eingesetzt werden.
Notenverteilung Tierhalterhaftpflicht Pferd
Im Segment Pferd analysierte Franke und Bornberg 136 Tarife. 12,5% erhalten die Höchstnote FFF+, nach 12,7% im Vorjahr. Besonders auffällig: 36,0% der Tarife landen in der Klasse FFF (sehr gut) – fast 7 Prozentpunkte mehr als 2024. Auch hier sind also Qualitätsfortschritte zu verzeichnen.
Schwächen zeigen sich bei der Forderungsausfalldeckung, Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen – einschließlich Transportanhängern, Kutschen und Schlitten – sowie bei Neuwertentschädigung und Besitzstandsgarantie beim Versichererwechsel.
Einordnung und Trend
Der Markt für Tierhalterhaftpflichtversicherungen wächst, erläutert Franke und Bornberg. Er reagiert außerdem auf Bewertungsimpulse von außen. Die Zahl der Anbieter im Hunde-Segment stieg vom Erstrating bis heute von 83 auf 88, im Pferde-Segment von 71 auf 76. Gleichzeitig verschiebt sich die Notenverteilung schrittweise nach oben: Die Anteile in den unteren Bewertungsklassen gehen zurück, die oberen Klassen gewinnen. Doch der Befund bleibt laut dem Ratinghaus ernüchternd: Rund 35% der Hundetarife und gut 32% der Pferdetarife liegen nach wie vor befriedigend oder schlechter.
Guter Schutz sei keine Frage des großen Geldbeutels, erklärt geschäftsführender Gesellschafter Michael Franke. Empfehlenswerte Hundetarife seien für einen Labrador Retriever bereits ab rund 60 Euro im Jahr zu haben, für einen Jack Russell Terrier ab etwa 45 Euro. Bei als gefährlich eingestuften Rassen wie dem American Staffordshire Terrier beginnen solide Tarife bei rund 85 Euro. Für Pferdehalter starte verlässlicher Schutz bei etwa 100 Euro jährlich.
Fazit und Ausblick
Für Franke und Bornberg ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung ein Wachstumsmarkt mit klarer Richtung: mehr Anbieter, mehr Wettbewerb, mehr gute Tarife. Doch der große Qualitätssprung bleibt aus, so die Ratingagentur. Wer als Hundehalter oder Pferdebesitzer auf den erstbesten oder günstigsten Tarif setzt, der riskiert im Schadenfall empfindliche Lücken – bei einer Versicherung, die im schlimmsten Fall über die eigene finanzielle Existenz entscheiden könne. Neue Alltagsszenarien wie der Hund am Arbeitsplatz würden deutlich machen: Die Anforderungen an eine gute THV wachsen mit dem Leben ihrer Halter. (mki)
Das vollständige Rating auf Tarifebene sowie die Bewertungsrichtlinien veröffentlicht Franke und Bornberg unter diesem Link. Die aktuelle Ratingübersicht liefert stets eine Zeitpunktbetrachtung; neu hinzukommende Tarife und Änderungen werden laufend aktualisiert.
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