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23. Februar 2026
Helmsauer Gruppe und Nordic Capital: Einzelfall oder Signal?

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Helmsauer Gruppe und Nordic Capital: Einzelfall oder Signal?

Helmsauer Gruppe und Nordic Capital: Einzelfall oder Signal?

Was nun auf dem Spiel steht

NC war juristisch nicht gut beraten, mit dem Helmsauer Verbund, der nun den Namen „Helmsauer Brüder Verbund“ trägt, über die Verwendung des Namens zu streiten oder über die Abwerbung von Mitarbeitern. Sichere Niederlagen sollte man vermeiden und sich dafür auf Abwehrstrategien und Risikoanalyse konzentrieren. Insofern hat der Fallout sicher sehr bald auch für die Bewertung deutliche Konsequenzen, wenn der Helmsauer Brüder Verbund nicht nur 100 der 300 Leistungsträger, sondern auch deren Verbindungen an sich binden kann. Interessant wird sicher auch, wann Bernd Helmsauer sich seiner Schachtel (25%) Rechte bedient und das Feuer erwidert, und inwieweit Marktgerüchte, dass spezielle Dienstleister für Kunden der Helmsauer Gruppe nicht unter dem gesellschaftsrechtlichen Dach der Gruppe, sondern im Direkteigentum der Familie stehen, dann sogar deutliche Wettbewerbsvorteile bei dem Helmsauer Brüder Verbund aufzeigen. Der Markt erwartete für die Helmsauer Gruppe 2025 einen Umsatz von mindestens 75 Mio. Euro. Es wird sich leider sehr schnell zeigen, dass 1+1 nicht immer das mathematisch erwartete Ergebnis bringt, insbesondere wenn auf zwei unterschiedlichen Blättern gerechnet wird.

Persönlich gehe ich davon aus, dass die „Burschen“ in diesem Fall eher dem biblischen David nacheifern können wie der „Super David“ aus dem Norden, denn noch schätzen Kunden den persönlichen Kontakt. Diese Bodenständigkeit ist nicht so locker flockig substituierbar wie in einer Systemgastronomie, und ein Rettungsanker durch Aufnahme eines Miteigentümers, der eventuell zu einem späteren Zeitpunkt die ganzen NC-Anteile übernimmt, ist zwar gute Theorie, setzt aber voraus, dass dieser Wettbewerber bereit ist, in ein fallendes Messer zu greifen und mehr Energie einzusetzen, als seinem Anteil zumutbar. Der Preisabschlag wäre massiv, der Helfer riskiert mehr, als er gewinnen kann. Eine Johanna von Orleans ist nicht in Sicht, da bleibt Nordic Capital ein baldiger Austritt oder ein recht langer Atem eigentlich nicht der Masterplan für Private Equity. Permira bei GGW, AnaCap und TA bei MRH, Castik bei Global, Astorg bei Attikon und Bridgepoint bei HBC werden genau wie Makler, die Kapital für Investments suchen, sehr genau beobachten, wie es weiter geht, in Deutschland hat es solche Fälle bisher in dieser Größenordnung nicht gegeben und Fallouts bei Makler-vs.-Makler-Käufen wurden in der Regel mit Geld zugedeckt.

 

Alles zum Ausstieg der Familie Helmsauer aus der Helmsauer Gruppe: