Ein Artikel von Dirk Schawjinski, Vorstand Vertrieb und Marketing der KS/AUXILIA Rechtsschutz
Immer mehr Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler stehen unter wachsendem juristischen Druck. Strengere Vorschriften, neue Jobmodelle oder befristete Arbeitsverträge sowie unvollständig erfüllte Verpflichtungen führen zu einer Zunahme von Streitfällen, Abmahnungen und Gerichtsverfahren. Zudem treiben steigende Streitwerte und eine erhöhte Gebührenordnung die Aufwendungen für Gerichtsprozesse weiter nach oben. Für Betriebe ohne ausreichende Liquidität kann so selbst ein einzelnes Verfahren schnell zu einem ernsthaften finanziellen Risiko werden, was ohne eine umfassende Rechtsschutzversicherung kaum abzufedern ist.
Rechtliche Problemfelder in Unternehmen
Die konjunkturelle Abkühlung schlägt sich zunehmend auf die Arbeitsgerichte durch. Angesichts sinkender Umsätze, rückläufiger Aufträge und steigender Kosten reagieren viele Unternehmen mit einschneidenden Personalmaßnahmen – mit spürbaren juristischen Folgen. Kündigungen, Abmahnungen und Konflikte im Rahmen von befristeten Arbeitsverträgen landen deutlich häufiger vor Gericht. Für viele Betriebe ist eine arbeitsrechtliche Unterstützung deshalb unverzichtbar geworden.
Aktuelle Zahlen bestätigen diese Entwicklung: In Bayern stiegen die Klageeingänge an den Arbeitsgerichten 2023 um 7,2%, 2024 nochmals um 13,1%. Baden-Württemberg meldete 2024 ein Plus von fast 12%, vor allem verursacht durch mehr Kündigungsklagen.
Auch die Rechtsschutzversicherer registrierten 2024 höhere Fallzahlen: Bei der AUXILIA stiegen die Schadenmeldungen im gewerblichen Arbeitsrechtsschutz um 16%, die Auszahlungen um 17%. Für 2025 rechnen Branchenkenner mit einem weiteren Anstieg.
Ein hohes Kostenrisiko für Unternehmen sind arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, zumal im Arbeitsrecht gilt, dass in der ersten Instanz der Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils ihre Kosten selbst tragen müssen – unabhängig vom Prozessausgang.
Breitere Konfliktlage
Auch der juristische Druck jenseits des Arbeitsrechts nimmt zu: Unternehmen sehen sich häufiger mit verspäteten Zahlungen, offenen Forderungen und Insolvenzen auf Kundenseite konfrontiert. Der BDIU registrierte 2024 rund 33 Millionen neue Inkassoverfahren – ein Plus von 20%. Hinzu kommen vermehrte Auseinandersetzungen mit Vermietern, Dienstleistern oder Versicherern, etwa bei Betriebsunterbrechungen oder Elementarschäden. Auch Routinevorgänge wie Dienstreisen können nach Unfällen mit Firmenfahrzeugen zu kostenintensiven Streitfällen führen.
Die Digitalisierung sorgt zusätzlich für rechtliche Komplexität. Konflikte um Datenschutz, Urheberrecht oder digitale Vertragsbeziehungen zählen inzwischen zu den häufigsten juristischen Problemfeldern – eine besondere Belastung für kleine und mittlere Unternehmen, die meist ohne eigene Rechtsabteilung agieren.
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