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8. Dezember 2021
Immobilien: ESG treibt Nachfrage und Preise von Neubauten

Immobilien: ESG treibt Nachfrage und Preise von Neubauten

Die ESG-Regulatorik wird die Nachfrage nach Neubauten am Immobilieninvestmentmarkt antreiben und auch die Preise steigen lassen. So lautet die Einschätzung der Immobilienberatung Savills. Der Wohnungsmarkt dürfte an Dynamik einbüßen, doch Wohnimmobilien bleiben eine sichere Asset-Klasse.

Die EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, kurz ESG, wird am Immobilieninvestmentmarkt zu einer stärkeren Nachfrage nach Neubauten führen. Dies wiederum wird dafür sorgen, dass die Preise für Neubauimmobilien anziehen. Zu diesem Urteil gelangt die Immobilienberatung Savills im Rahmen eines Ausblicks auf den deutschen Immobilienmarkt. Insbesondere das „E“ im ESG lasse sich laut Savills mit Neubauten viel einfacher erfüllen als mit älteren Immobilien, weil die EU-Nachhaltigkeitstaxonomie hier weitestgehend auf die Betriebsphase abstellt. „Mit Blick auf die regulatorischen Vorgaben erwarten wir eine spürbar steigende Nachfrage nach Neubauimmobilien – sowohl von Investierenden als auch von Großnutzern. Das wird im Neubausegment höchstwahrscheinlich zu steigenden Preisen und Mieten führen“, eklärt Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment Europe.

„Währenddessen dürfte es zu einer Abwertung von Bestandsimmobilien kommen“, sagt Matti Schenk, Associate Research Germany bei Savills. Nach einer Phase eines sehr starken Neubaufokus und eines Rückzugs aus dem Bestand könnte es laut Savills an den Märkten zu einer Phase der Ausdifferenzierung der Ankaufsprofile ESG-konformer Käufer kommen. „Mit der Zeit werden ESG-konforme Investierende um eine Auseinandersetzung mit dem Bestand kaum herumkommen“, meint Schenk. Den Ausschlag hierfür dürfte das knappe Angebot an Neubauten und das steigende Preisgefälle zwischen Neubau und Bestand geben.

Immobilien und die Inflation

Ein weiteres Thema, das Savills in seinem Ausblick beleuchtet, ist die Inflation, die derzeit Höhen erklommen hat wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auch wenn hierbei temporäre Effekte eine wichtige Rolle spielen, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die hohe Inflation für einen längeren Zeitraum andauert. Akteuren auf dem Immobilienmarkt rät Savills, sich auf ein solches Szenario vorzubereiten. „Auf Ebene der Anlageklasse verfügen Immobilien nicht über einen eingebauten Inflationsschutz. Für ihre eigenen Objekte und Portfolios können Investierende aber Maßnahmen ergreifen, um sich für eine Phase mit höherer Inflation zu wappnen“, erläutert Lemli. Investoren könnten Erträge beispielsweise durch indexierte Mietverträge absichern.

Dynamik am Wohnungsmarkt lässt nach

Was den deutschen Wohnungsmarkt betrifft, sieht Savills in seinem Ausblick ein Ende der Phase mit nahezu perfekten fundamentalen Rahmenbedingungen für Investoren. „Die außergewöhnlich günstigen Rahmenbedingungen seit der Finanzkrise haben zeitweise zu zweistelligen jährlichen Gesamtrenditen geführt – und das im wohl sichersten Segment, das der deutsche Immobilienmarkt zu bieten hat. Obwohl die Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren höchstwahrscheinlich nicht mehr so vorteilhaft ausfallen werden wie in der zurückliegenden Dekade, bleiben sie für Investierende insgesamt günstig. Wohnimmobilien werden damit auch weiterhin eine sichere Anlageklasse sein“, ist Matthias Pink, Head of Research Germany bei Savills, überzeugt. Allerdings ist wohl nicht mehr mit den außerordentlich hohen Gesamtrenditen der letzten Jahre zu rechnen.

Weitere Informationen zum Ausblick finden sich hier.

Bild: © slavun – stock.adobe.com