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Immobilienquote der Versicherer erklimmt neue Höhen
30. Juni 2020

Immobilienquote der Versicherer erklimmt neue Höhen

Die Versicherer bauen ihre Immobilienanlagen trotz der Covid-19-Pandemie weiter aus. Wie das aktuelle Trendbarometer von EY Real Estate zeigt, steigt die durchschnittliche Immobilienquote auf einen neuen Rekordwert von 10,8%. Beliebteste Assetklasse sind nun Logistikimmobilien.


Die Versicherer bauen ihre Immobilienanlagen trotz der Covid-19-Pandemie weiter aus. Wie das aktuelle Trendbarometer von EY Real Estate zeigt, steigt die durchschnittliche Immobilienquote auf einen neuen Rekordwert von 10,8%. Beliebteste Assetklasse sind nun Logistikimmobilien.


Immobilienquote der Versicherer erklimmt neue Höhen

Die durchschnittliche Immobilienquote der Versicherungen erklimmt neue Höhen. Nachdem die Quote im vergangenen Jahr mit 10,3% erstmals zweistellig war, ist sie nun erneut auf einen historischen Höchststand von 10,8% gestiegen. Damit legt die Immobilienquote nach ihrem niedrigsten Stand von 6,0% im Jahr 2009 seit zehn Jahren kontinuierlich zu. Dies geht aus dem aktuellen Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz 2020 von EY Real Estate hervorIm Rahmen der Erhebung wurden rund 30 Vertreter führender Unternehmen der Assekuranz befragt.

„Versicherungen sind auf stabile, regelmäßige Zinserträge angewiesen. Im Niedrigzinsumfeld sind Immobilien neben Aktien eine der letzten verbliebenen Anlagealternativen, um Renditen oberhalb des risikolosen Zinses zu erwirtschaften“, erläutert Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate und Autor der Studie. Für 70% der Befragten seien Immobilien aufgrund des herrschenden Anlagenotstandes fast alternativlos. „Diese Gemengelage erklärt die stetig steigende Immobilienquote der Assekuranz. Daran ändert auch die COVID-19-Pandemie absehbar wenig,“ so Fischer weiter. Für 2020 rechnen die Versicherer mit Renditen von 3,2% bei direkt und 5,2% bei indirekt gehaltenen Immobilien. 

Große Mehrheit will Anlagestrategie nicht ändern

Laut Umfrage wollen fast vier Fünftel der Befragten ihre Anlagestrategie aufgrund der Pandemie nicht grundlegend ändern. Gewisse Auswirkungen der Corona-Krise zeigen sich aber dennoch. Rund die Hälfte der Befragten wollte vor der Pandemie ihre Immobilienanlagen ausweiten. Nun hat sich dieser Anteil auf 39% verringert. Mit 54% will die Mehrheit ihre Immobilienquote auf gleichem Niveau halten. Hatte vor Corona keiner der Befragten die Absicht, die Immobilienanlagen zu verringern, gaben dies nun 7% Prozent der Versicherer an. „Ein leicht negativer Effekt durch die Pandemie ist erkennbar. Von einer Trendumkehr, wie wir sie nach der Weltfinanzkrise erlebt haben, kann derzeit jedoch noch keine Rede sein“, erklärt Fischer. „Im Gegenteil: Ein Großteil der Versicherungsbranche möchte Immobilienanlagen auch heute, inmitten der Pandemie, weiter halten oder gar ausweiten.“ 

Risikoaversion der Assekuranz nimmt zu

Bei 59% der Befragten sind Immobilien die Anlageklasse, die sie trotz Pandemie am stärksten ausbauen. 74% der Befragten gehen davon aus, dass sich infolge von Corona der Anlagenotstand auf den Immobilienmärkten weiter zuspitzen wird. Zugleich wollen 96% der Studienteilnehmer aufgrund einer erwarteten höheren Volatilität ihre Anlagen noch intensiver beobachten. 84% legen den Fokus darauf, mögliche Abwärtsrisiken abzusichern. Im Allgemeinen würde infolge der Pandemie die ohnehin schon recht hohe Risikoaversion der Assekuranz nach Ansicht von 77% der Befragten weiter zunehmen.

Logistikimmobilien beliebt, Hotelimmobilien stürzen ab

Zur beliebtesten Assetklasse der Assekuranz avancieren nun Logistikimmobilien. In der Gunst weit vorne liegen auch Wohnimmobilien, die 75% der Teilnehmer im Fokus haben. Als bemerkenswert bezeichnet Fischer die Verschiebung des Investmentfokus. So habe die Versicherungsbranche rasch reagiert und adjustiere ihre Anlageallokation hin zu pandemieresilienteren Assetklassen.

Dagegen büßen Assetklassen ihre Attraktivität ein, die von der Pandemie unmittelbar betroffen waren oder sind, wie etwa die bislang beliebten Büroimmobilien. Noch drastischer ist der Einbruch der Nachfrage im Einzelhandels- und Hotelimmobiliensegment. Einzelhandelsimmobilien werden – wie auch Gesundheitsimmobilien – nur von 35% der Studienteilnehmer nachgefragt. Auf Hotelimmobilien legen sogar nur 7% der Versicherer einen mittleren Fokus. (tk)

Bild: © photoschmidt – stock.adobe.com




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