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11. Februar 2026
Immobilienweise rechnen erst 2027 mit Erholung
Immobilienweise rechnen erst 2027 mit Erholung

Immobilienweise rechnen erst 2027 mit Erholung

In ihrem Frühjahrsgutachten sehen die Immobilienweise zwar einige Lichtblicke, zeichnen für 2026 aber ein ernüchterndes Bild, was die Immobilienwirtschaft angeht. Die bisherigen Maßnahmen der Regierung halten die Experten für unzureichend. Was die Immobilienweisen konkret von der Politik fordern.

Die ZIA-Präsidentin Iris Schöberl hat das aktuelle Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen zur Immobilienwirtschaft 2026 an die Parlamentarische Staatssekretärin im BMWSB, Sabine Poschmann, übergeben. Das Fazit der Experten fällt ernüchternd aus. Nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung verzeichnete Deutschland 2025 nur ein marginales BIP-Wachstum von 0,2%. Die Bauwirtschaft sei einer der am stärksten belasteten Sektoren – die Bruttowertschöpfung liege 25% unter dem Niveau von 2022.

„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschland steckt in einer strukturellen Krise. Die Immobilienwirtschaft leidet darunter. Es muss jetzt heißen: Think Big“, erklärt Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). „Wir können nicht mit kleinen Reformen weitermachen, wenn die Probleme struktureller Natur sind.“

Alarmierende Lage im Wohnungsbau

Als besonders alarmierend bezeichnen Experten die Situation im Wohnungsbau. Für 2026 dürften nur 215.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Der Bedarf liegt jährlich aber bei 257.400 Wohneinheiten bis 2040. Die Fertigstellungen werden voraussichtlich erst ab 2027 wieder steigen.

„Bau-Turbo“ noch kein Gamechanger

Laut Gutachten seien die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung unzureichend – eher „inkrementelle Anpassungen als ein grundlegender Strukturbruch“, wie es wörtlich in der Studie heißt. Der „Bau-Turbo“ ermögliche Abweichungen vom bestehenden Bauplanungsrecht und weise damit in die richtige Richtung, sei aber noch kein Gamechanger.

Bauen und Investieren wieder attraktiver machen

„Was wir brauchen, sind keine schrittweisen Anpassungen, sondern grundlegende Strukturreformen”, fordert der Immobilienweise Feld. „Die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, um Produktions- und Bereitstellungskosten zu senken und Investitionen wirtschaftlich attraktiv zu machen.“ Mietpreisbremse und restriktive Kappungsgrenzen würden Anreize für Investitionen vermindern. „Wer bezahlbaren Wohnraum will, muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass Bauen und Investieren wieder wirtschaftlich attraktiv werden“, so Feld weiter.

Konkrete Forderungen der Immobilienweisen an die Politik

Mit einer „moderaten Erholung“ ist laut Gutachten erst ab 2027 zu rechnen. An die Politik richten die Experten unter anderem die folgenden konkreten Forderungen:

  • Vereinfachung und Harmonisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren – zentral für schnelleres Bauen
  • Senkung der Erwerbsnebenkosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer – die hohen Sätze wirken als Markteintrittsbarriere
  • Überprüfung der Mietregulierung – Kappungsgrenzen und Vergesellschaftungsideen verschärfen langfristig den Angebotsengpass
  • Einführung eines rechtssicheren Gebäudetyp E – kostengünstiges und effizientes Bauen ermöglichen
  • Steuerliche Anreize – für Neubau- und Sanierungsinvestitionen
  • Baugenehmigungsrechtliche Erleichterungen bei Umnutzungen und Mischnutzungen von Bestandsimmobilien
  • Revitalisierung, Nachverdichtung und Umnutzung von Bestands- und Konversionsflächen
Lichtblicke für die Immobilienwirtschaft

Die Immobilienweise sehen aber auch Lichtblicke: So hätten sich Inflation und Zinsen stabilisiert, was die Grundlage für Planungssicherheit schaffen. Auch die Renditen hätten sich stabilisiert. Als resilient erweist sich der Logistikmarkt mit einer robusten Entwicklung trotz Herausforderungen. Und auch der Hotelmarkt hat sich erholt und das Vorkrisenniveau erreicht. Schließlich sprechen die Experten mit Blick auf die Wohnimmobilienpreisen vom Ende der Korrekturphase. (tik)

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