Indexpolicen sind in der Produktlandschaft der deutschen Lebensversicherer fest integriert. Auf den ersten Blick ist das Konzept vielversprechend: Sie verbinden das Sicherheitsversprechen einer klassischen Rentenversicherung mit den Renditechancen, die über eine Indexbeteiligung entstehen können.
Doch in den letzten Jahren hat sich das Umfeld als herausfordernd bewiesen. Das lange Niedrigzinsumfeld hat bei vielen Versicherern zu geringeren Überschussbeteiligungen geführt. Doch genau diese spielen bei Indexpolicen eine entscheidende Rolle für die Renditechancen, denn sie bestimmen, wie viel Budget für die Indexpartizipation zur Verfügung steht. Unter dem Strich bedeutet das häufig: geringere Beteiligungsmöglichkeiten führen zu niedrigen Renditen.
Versicherer und Vermittler lassen Indexpolicen links liegen
Das hat Einfluss auf die Vermittlung dieser Produkte: Laut dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ziehen sich Vermittler vermehrt aus der Beratung von Indexpolicen zurück. Die Ergebnisse der IVFP Produkttrends Umfrage 2026 zeigt, dass rund 50% aller Vermittler derzeit nicht (mehr) zu Indexpolicen beraten. Das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Erhebung, so das IVFP. „Damit wird sichtbar, dass die Zurückhaltung nicht nur ein kurzfristiger Trend ist, sondern sich zunehmend verfestigt“, erklärt IVFP-Geschäftsführer, Dr. Andreas Kick.
Nicht nur die Anzahl der Makler, die Indexpolicen vermitteln, nimmt ab, sondern auch die Anzahl der Anbieter. So haben sich kürzlich drei Anbieter aus dem Markt zurückgezogen: Die Barmenia, bedingt durch ihre Fusion mit der Gothaer, die HDI Vorsorge (ehemals TARGO) sowie die LV 1871 zeichnen aktuell kein Neugeschäft im Bereich Indexpolicen mehr. Damit hat sich der Kreis der Anbieter von 16 auf aktuell 13 verkleinert.
Leichter Aufschwung seit 2024
Der Hauptgrund für die Zurückhaltung vieler Vermittler und Anbieter dürfte die oben bereits angesprochene Niedrigzinsphase und die daraus resultierenden niedrigen Überschussbeteiligungen sein, so das IVFP.
Zuletzt ging es allerdings leicht aufwärts für Indexpolicen: Bereits das Jahr 2024 war ein gutes Indexjahr und das letzte Jahr konnte die Performance noch weiter verbessern. So betrug die maßgebliche Rendite von Indexpolicen, deren Indexjahr 2025 endete, etwa 3,4%. In der Spitze wurden sogar mehr als 10% erreicht.
Modelle mit einer jährlichen Beteiligungsquote schnitten dabei besser ab als sogenannte Cap-Modelle. Indexmodelle mit einer jährlichen Beteiligungsquote erreichten im Schnitt 3,7%, Cap-Modelle 2,5%. Im vergangenen Jahr wiesen Modelle mit reinen Aktienindizes mit 3,9% eine höhere Performance auf als Multi-Asset-Index (2,6%).
Seite 1 IVFP: Vermittler ziehen sich vermehrt aus Indexpolicen-Geschäft zurück
Seite 2 „Nullrunden“ in fast der Hälfte der Fälle
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können