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Kreditausfälle drohen das deutsche Bankensystem schwer zu belasten
23. November 2020

Kreditausfälle drohen das deutsche Bankensystem schwer zu belasten

Die Corona-Krise macht zahlreichen KMU stark zu schaffen. Die damit verbundene Insolvenzwelle wird laut der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) bisher nur künstlich aufgeschoben. Im kommenden Jahr drohe daher eine Pleitewelle, die das deutsche Bankensystem schwer belasten werde.


Die Corona-Krise macht zahlreichen KMU stark zu schaffen. Die damit verbundene Insolvenzwelle wird laut der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) bisher nur künstlich aufgeschoben. Im kommenden Jahr drohe daher eine Pleitewelle, die das deutsche Bankensystem schwer belasten werde.


Kreditausfälle drohen das deutsche Bankensystem schwer zu belasten

Die Welle an aufgeschobenen Insolvenzen kleiner und mittlerer Unternehmen genau wie die zu erwartenden Pleiten von Soloselbständigen können zur großen Belastung für Staat und Gesellschaft werden – und zudem das gesamte Bankensystem schwer belasten. Zu diesem Fazit kommt Jürgen Sonder, Präsident der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) Vorfeld des NPL FORUM. Auf dem Online-Branchengipfel der Kreditbranche werden am 25.11. mögliche Optionen und Alternativen für die Zukunft diskutiert.

Starker Anstieg der Insolvenzen erwartet

„Die wegen der Pandemie beschlossenen Einschränkungen entziehen vielen Soloselbständigen wie auch kleinen und mittleren Unternehmen die Geschäftsgrundlage“, erläutert Sonder. Die Verlängerung der Insolvenzantragspflicht verschiebe die Pleiten lediglich in die Jahre 2021 und 2022. Die BKS erwartet daher 2021 einen deutlichen Anstieg auf über 100.000 Privatinsolvenzen. Zudem befürchtet sie einen weiteren starken Zuwachs von privaten Insolvenzanmeldungen, wenn die geplante Reduzierung des Restschuldbefreiungsverfahrens auf drei Jahre in Kraft getreten ist.

Pleitewelle nur aufgeschoben

Mit der Verlängerung der Insolvenzantragspflicht schiebe die deutsche Wirtschaft auch ein Pleitenproblem bei den Unternehmensinsolvenzen vor sich her. Aktuell gibt es circa 4.500 Unternehmenspleiten pro Quartal. „Auch wenn der Staat hier weiter puffernd eingreift, gehen wir von einer Steigerung um 40% auf 6.000 bis 7.000 Insolvenzen pro Quartal ab 2021 aus. Dies bringt die Kapitalsituation der Banken in eine außergewöhnliche Stresssituation“, sagt Sonder.

Banken stoßen an ihre Grenzen

Wenn zu viele Unternehmen oder Privatpersonen gleichzeitig ihre Kredite nicht mehr bedienen können, stoßen die Banken laut der BKS bei Kapital und Abwicklung an ihre Grenzen. „Das betrifft nicht nur das vorzuhaltende Risikokapital, sondern dann auch die real gewordenen Kosten der Kreditausfälle“, sagt Sonder. „Die Banken werden allein schon durch Restrukturierungsaufgaben und die Abwicklung notleidender Kredite vor enorme Herausforderungen gestellt.“

Weichen für effiziente Sekundärmärkte stellen

Entscheidend sei, dass die Banken handlungsfähig bleiben. Der Sekundärmarkt für notleidende Forderungen könne einen Baustein für die Finanzmarktstabilität darstellen, um die Post-Covid-Auswirkungen in der Finanzindustrie effektiver zu managen. In den nächsten Wochen müssten daher unbedingt die Weichen für effiziente Sekundärmärkte auf EU-Ebene gestellt werden. (mh)

Bild: © JustLife – stock.adobe.com




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