Rendite bleibt wichtig – Garantien verlieren an Bedeutung
22% der befragten Makler sehen eine höhere Renditechance als wichtigen Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung der Lebensversicherung. Auch dieser Wert zeigt, wie sich die Produktanforderungen verändert haben: Kunden und Makler suchen zunehmend nach Lösungen, die stärker an den Chancen der Kapitalmärkte partizipieren.
Mehr Transparenz wünschen sich fast 10% der Befragten. Der Wunsch nach verständlicheren Produkten und klareren Informationen bleibt damit zwar ein Thema, wird aber deutlich seltener genannt als Kosten, Flexibilität oder Renditechancen.
Auffällig ist zudem, dass klassische Garantien nur noch für wenige Makler im Vordergrund stehen. Lediglich 3% sehen hierin einen wesentlichen Punkt.
Kostenfrage wird die Beratung weiter prägen
Dass das Thema Kosten die Branche weiter beschäftigen wird, zeigt auch eine weitere Auswertung der AssCompact TRENDS II/2026: 72% der befragten Makler erwarten, dass die Kosten von Lebensversicherungen in der Beratung künftig noch stärker in den Fokus rücken werden.
Insbesondere im Zusammenhang mit dem Altersvorsorgedepot dürfte die Kostenfrage eine noch größere Rolle spielen. Für Kunden wird der Vergleich verschiedener Vorsorgelösungen transparenter werden, und damit steigt der Druck auf Lebensversicherungsprodukte. Doch wenn Versicherungsmakler niedrigere Kosten fordern oder zumindest als wesentlichen Verbesserungspunkt sehen, stellt sich die Frage: Welche Kosten sind konkret gemeint? In der öffentlichen Diskussion geraten häufig zunächst die Vertriebskosten in den Blick. Ein Studienteilnehmer bringt den Zielkonflikt auf den Punkt: Die sehr hohen Kosten im Vergleich zu ETF-Sparplänen müssten gesenkt werden. Gleichzeitig müsse aber auch die Beratungsleistung weiterhin angemessen vergütet werden. Die Herausforderung bestehe somit darin, Kosten effizienter zu gestalten, ohne die Qualität der persönlichen Beratung infrage zu stellen.
Bleibt also grundsätzlich die Botschaft der Makler festzuhalten: Die Lebensversicherung muss sich weiterentwickeln. Weniger Kosten, mehr Flexibilität, digitale Zugänglichkeit und attraktive Renditechancen werden aus ihrer Sicht darüber entscheiden, ob sie auch in Zukunft ihren Platz in der Altersvorsorge behaupten kann. (bh)
Über die Studie
Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact TRENDS II/2026“ wurde vom 31.03.2026 bis 15.04.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 256 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann bei AssCompact erworben werden.
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