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Lohnen sich Wohninvestments noch?
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Lohnen sich Wohninvestments noch?

Der Immobiliendienstleister Colliers hat sich in einer aktuellen Marktanalyse mit Investments in Wohnimmobilien beschäftigt. Dabei gingen die Experten der Frage nach, ob sich diese überhaupt noch lohnen. Das Fazit fällt eindeutig aus.

Wohnimmobilien sind einer der großen Gewinner des Krisenjahres 2020. Das zeigen aktuelle Zahlen von Colliers. Erstmals seit 2013 haben Wohninvestments in Deutschland im vergangenen Jahr wieder das Transaktionsvolumen für Gewerbeimmobilien übertroffen. 65 Mrd. Euro flossen 2020 in Wohnimmobilien. Dem standen Investments in Höhe von 59,3 Mrd. Euro bei gewerblichen Nutzungen gegenüber. Und die Nachfrage nach Wohninvestments ist Colliers zufolge weiterhin hoch.

Unterstützende gesellschaftliche Langfristtrends

„Der reine Blick auf die gestiegenen Kaufpreise lässt außer Acht, dass es in der Gesellschaft langfristige Trends gibt, die auch im Kontext der Corona-Pandemie weiter anhalten und anhalten werden. Vor allem die Anzahl der Haushalte wird in Deutschland bis mindestens 2030 ansteigen und damit für mehr Bedarf an Wohnraum sorgen“, sagt Felix von Saucken, Head of Residential bei Colliers in Deutschland.

Immer mehr Single-Haushalte

Auf der Datenbasis von Riwis und Destatis hat Colliers errechnet, dass die Anzahl der Haushalte bis 2030 um rund 3% zunehmen wird. In den TOP 7-Städten sei sogar mit einem Zuwachs von 6% zu rechnen. Bis 2040 soll die Zahl der Single-Haushalte in Deutschland um insgesamt 2 Millionen zulegen. Insgesamt dürfte es dann 19,3 Millionen Single-Haushalte geben. „Bereits heute liegt der Anteil der Single-Haushalte auf dem deutschen Markt bei 42% und dieser wird sich in den nächsten Jahren noch spürbar erhöhen. Anleger sollten diese Tendenz bei ihrer Investitionsentscheidung berücksichtigen“, ergänzt von Saucken.

Chronisches Wohnungsdefizit bleibt vorhanden

Ebenfalls bestehen bleiben dürfte das chronisches Wohnungsdefizit. Zwar habe sich der Trend zuletzt etwas abgemildert. Berechnungen von Colliers zufolge fehlen in Deutschland aber noch immer über 600.000 Neubauwohnungen, um den Wohnraumbedarf adäquat zu bedienen. Hohe Baukosten, erhöhte regulatorische Anforderungen und eine mögliche Ausweitung des Mietendeckels sprechen laut Colliers gegen eine schnelle Lösung des Problems, sodass für Bestandsimmobilien mit weiteren Wertsteigerungen und grundsätzlich auch maßvollem Mietwachstum zu rechnen sei.

Wohnmieten zeigen enorm hohe Stabilität

Speziell für institutionelle Anleger verweist Felix von Saucken zudem auf die enorm hohe Stabilität der Mietpreisentwicklung in der Asset-Klasse. Im Vergleich zu 1990 haben sich die Wohnmieten im Erstbezug und der Wiedervermietung bis heute jeweils etwa verdoppelt. Konjunkturelle Krisen wie die Dotcom-Krise nach der Jahrtausendwende, die Finanzkrise von 2008 oder die jüngste Covid-19-Krise hatten dem Experten zufolge alle keinen negativen Einfluss auf den Gesamttrend.

Wohninvestments lohnen sich nach wie vor

„Wohnmieten in Deutschland kennen seit über 20 Jahren keine Volatilität und auch die Aussichten für die Zukunft sind aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen enorm stabil. Der Cashflow durch Mieteinnahmen auf mindestens dem Niveau der Gegenwart lässt sich deshalb für einen langfristigen Anlagezeitraum kalkulieren. Zudem ist ein Ende der Niedrigzinspolitik vorerst nicht absehbar. Dies alles sind Gründe, warum sich Wohninvestments nach wie vor lohnen, trotz des oftmals hohen Einstiegsniveaus“, bilanziert von Saucken die Gesamtgemengelage. (mh)

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