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14. April 2021
LV-Solvenzquoten gehen im Corona-Jahr zurück

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LV-Solvenzquoten gehen im Corona-Jahr zurück

Laut den zum Stichtag 08.04.2021 veröffentlichten Berichten zur Solvabilität und Finanzlage leiden die Solvenzquoten der Lebensversicherer unter den extremen Niedrigzinsbedingungen, wie sowohl Assekurata als auch Policen Direkt in ihren Analysen konstatieren. Zwischen den einzelnen Unternehmen gebe es aber deutliche Unterschiede.

Sowohl die Assekuranz Rating-Agentur Assekurata als auch die Policen Direkt-Gruppe haben die Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer unter die Lupe genommen, da die Versicherer turnusmäßig zum 08.04.2021 ihre Berichte zur Solvabilität und Finanzlage (SFCR) unter Solvency II veröffentlicht haben. Assekurata gibt im Rahmen ihrer Analyse zu bedenken, dass die Aufsichtsbehörde den Gesellschaften diesmal, anders als im vergangenen Jahr, keine pauschale Fristverlängerung aufgrund der Corona-Krise mehr eingeräumt hat, und dass deshalb bereits stichhaltige Aussagen für den Lebensversicherungsmarkt möglich seien.

Die Solvenzquote (SCR-Quote) gibt an, ob einem Versicherer auch in modellhaften Extremszenarien genügend Eigenmittel zur Verfügung stehen, um seinen Verpflichtungen gegenüber Versicherten und anderen Leistungsempfängern nachzukommen. Nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben hat eine Versicherungsgesellschaft dann ausreichend Eigenmittel, um auch unter widrigen Entwicklungen alle Verpflichtungen in den unter Solvency II definierten Rahmenbedingungen zu erfüllen, wenn die Solvenzquote bei mindestens 100% liegt.

Spannweite von 150 bis 800%

Laut Policen Direkt liegen die für die Aufsicht relevanten Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer im Schnitt bei knapp 390%. Assekurata weist darauf hin, dass die Spannweite zwischen den einzelnen Anbietern noch immer beachtlich sei. So verteilten sich die SCR-Quoten im regulatorischen Nachweis von gut 150% bis über 800%. Laut Assekurata-Analyse erzielt bislang die EUROPA den Spitzenwert mit 808%, gefolgt von Dialog (771%), Victoria (728%), LV 1871 (712%) und LVM (702%). Nicht alle Anbieter hätten sich verschlechtert, bei einigen seien im Vergleich zum Vorjahr auch Verbesserungen eingetreten.

Ein ähnliches Bild zeige sich auch bei der Solvenzquote ohne Übergangsmaßnahmen und der Basis-Solvenzquote ohne Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung. Auch hier seien die Werte mehrheitlich, aber nicht bei allen Anbietern zurückgegangen. 17 Unternehmen schaffen es derzeit mit ihrer Basis-Solvenzquote nicht und 15 mit Berücksichtigung der Volatilitätsanpassung nicht über die Marke von 100%.

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