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8. Juni 2021
map-report analysiert LV- und PKV-Solvenzquoten

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map-report analysiert LV- und PKV-Solvenzquoten

Während die Lebensversicherer ihre Kapitalausstattung erneut nicht ausbauen konnten, sondern im Corona-Jahr 2020 deutlich verlieren, können sich die privaten Krankenversicherer auf hohem Niveau behaupten, verzeichnen aber auch rückläufige Bedeckungsquoten. Das ergibt der map-report 919 – „Solvabilität im Vergleich 2011 bis 2020“.

Die Solvenzquoten (SCR-Quoten) der Versicherungswirtschaft werden jährlich in einem aufwendigen Prozess aus der Gegenüberstellung von zwei Werten ermittelt: Auf der einen Seite steht die Solvenzkapitalanforderung (SCR), also der „Kapitalpuffer“, den eine Versicherungsgesellschaft benötigt, um Verpflichtungen auch dann noch erfüllen zu können, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dramatisch verschlechtern sollten. Auf der anderen Seite stehen die anrechnungsfähigen Eigenmittel des Unternehmens.

Aber Quote ist nicht gleich Quote, geben die Verfasser des aktuellen map-report 919 – „Solvabilität im Vergleich 2011 bis 2020“ zu bedenken, in dessen Rahmen die aktuellen Berichte zu Solvabilität und Finanzlage („SFCR-Berichte“) nach Solvency II analysiert werden. Denn anstelle einer Standardformel dürfen Versicherer auch ein internes, gesellschaftsindividuelles Modell zur Berechnung der SCR-Quote anwenden. Zudem sind Übergangsmaßnahmen sowie Erleichterungen bei den Rückstellungen zulässig.

Solvenzquote der Lebensversicherer bei 381,2%

Die aufsichtsrechtlich relevante SCR-Quote der Lebensversicherungsbranche (anrechenbare Eigenmittel der Branche im Verhältnis zum SCR der Branche inklusive Übergangsmaßnahmen) beläuft sich laut map-report auf 381,2%. Im Vergleich zum Jahresende 2019 (422,3%) ist die Kennzahl damit um rund 41 Prozentpunkte gefallen. In diesem Durchschnittswert nicht enthalten sind Lebensversicherer, die auf Übergangsmaßnahmen verzichten. Die Spannweite zwischen den einzelnen Anbietern ist dabei noch immer sehr breit. Den höchsten Wert verzeichnet die Victoria mit einer Quote von 727,6%. Und auch LV1871 (711,6%), LVM (702,2%) und Swiss Life (681,4%) notieren über dem rund Siebenfachen der geforderten Bedeckung. Größen von knapp 1.000%, wie im Vorjahr bei der VPV, gab es 2020 nicht. Die niedrigsten Quoten veröffentlichen die VRK (179,5%) und DEVK Eisenbahn (186,1%).

Wie in den Vorjahren haben dem map-report zufolge auch diesmal die Übergangshilfen den Solvenzquoten der Lebensversicherer deutlichen Auftrieb gegeben, maßgeblich beeinflusst durch die Wirkung der Übergangsmaßnahme bei den versicherungstechnischen Rückstellungen. Vielfach beträgt der Unterschied zwischen der Basisquote ohne Volatilitätsanpassung (VA) und/oder Übergangsmaßnahmen (ÜM) und dem aufsichtsrechtlichen Nachweis mehr als 200 Prozentpunkte. Nicht nicht selten sind es sogar weit über 300 bis hin zu über 500 Prozentpunkten.

Marktweit fallen die Quoten nach Abzug von VA und ÜM spürbar geringer aus. In der Berechnung ohne Maßnahmen fällt die Bedeckung des Marktes von 249,1% im Vorjahr um rund 45 Prozentpunkte auf 203,9%. Auch bei dieser Kennzahl zeigt sich eine enorme Streuung der Ergebnisse. Die höchste Quote hat die Dialog mit 811,6% (2019: 784,0%), dicht gefolgt von der EUROPA mit 807,6% (Vorjahr 823,2%). Die geringsten Werte verzeichnen Landeslebenshilfe und Süddeutsche mit 0,0%, VRK mit 2,8% sowie die Öffentliche Oldenburg mit einer Bedeckung von 10,4%. Negative Werte wie im Vorjahr bei der Frankfurt Münchener mit –14,0% (aktuell 25,3%) gab es nicht.

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