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27. März 2021
Marktanalyse: Covid-19 beschleunigt Unternehmensverkäufe

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Marktanalyse: Covid-19 beschleunigt Unternehmensverkäufe

Mittelständische Unternehmen suchen in der Corona-Pandemie die Flucht nach vorn und denken an Veräußerung. Für Versicherungsmakler ein Dilemma: Es drohen Kundenverluste, die auch Folgen für den eigenen Unternehmenswert haben.

Von Dr. Stefan G. Adams, Geschäftsführer der Dr. Adams & Associates GmbH & Co. KG.

Der Unternehmensverkauf stellt für viele Inhaber von Maklerbetrieben einen emotionalen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt dar. Und im vergangenen Jahr haben sich coronabedingt überproportional viele Makler genau zu diesem Schritt entschlossen. Das gilt aber auch für andere Unternehmer aus dem klein und mittelständisch geprägten Produktions-, Handels- und Dienstleistungssegment. Die dortige Entwicklung beeinflusst zunehmend auch die Bestände der Maklerunternehmen mit Fokus auf Gewerbekunden. Dr. Adams & Associates hat die Interdependenzen und Entwicklungen analysiert und begleitet und stellt die wichtigsten Entwicklungen nachstehend vor.

Wie hat sich der Transaktionsmarkt für Versicherungsmakler 2020 entwickelt?

Im Jahr 2020 haben sich demografische Effekte – der Baby­boomer-­Jahrgang 1960 wurde 60 – mit einer durch Corona getriebenen Motivation zur Versilberung des eigenen Lebenswerks kumuliert. Zusammen haben diese Effekte zu steigenden Transaktionszahlen geführt. Verschiedenste Gruppen von finanzstarken Erwerbern trafen demnach auf eine große Zahl potenzieller Verkäufer. Die steigende Anzahl von Transaktionen hat im Segment ab 1,5 Mio. Euro Sachcourtage zu einem Wettbewerb geführt, der wiederum steigende Multiplikatoren in der Bestands­bewertung nach sich gezogen hat.

Für Maklerunternehmen unter dieser Courtage-Grenze haben die Kaufpreise eher stagniert oder sogar abgenommen. Eine Umfrage bei potenziellen Erwerbern hat darüber hinaus ergeben, dass diese 2020 und Anfang 2021 deutlich mehr Verkaufsangebote geprüft haben bzw. aktuell prüfen als in den Jahren zuvor.

Welche dieser Entwicklungen werden 2021 fortgeschrieben?

Die Spreizung zwischen kleinen und großen Maklerunternehmen wird sich 2021 eindeutig fortsetzen. Das lässt sich schon jetzt prognostizieren: Große Makler­betriebe werden organisch und anorganisch wachsen und damit größer und „reicher“. Kleine Betriebe werden kleiner und damit „ärmer“. Die Polarisierung, die sich in gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen darstellt, spiegelt sich also auch am Maklermarkt wider. Konkret ist davon auszugehen, dass sich die Multiplikatoren weiterhin sehr unterschiedlich entwickeln werden – jeweils in Abhängigkeit von Umsatzgröße und EBITDA.

Marktanalyse: Covid-19 beschleunigt Unternehmensverkäufe

 
Ein Artikel von
Dr. Stefan G. Adams