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24. August 2021
N26 reagiert auf drohende Notbremse der BaFin

N26 reagiert auf drohende Notbremse der BaFin

Die BaFin tritt bei N26 auf die Bremse. Die Neobank muss unter Umständen mit einer Begrenzung des Neugeschäfts rechnen, nachdem die Finanzaufsicht gravierende Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche erkannt haben will – und das nicht zum ersten Mal. Ein neuer Risikovorstand soll es nun richten.

Die Konten von N26 und anderen Neobanken sind unter Betrügern beliebt. Vor Kurzem berichtete das Handelsblatt darüber, auf welchen Plattformen die Konten von Neobanken gehandelt werden und wie arglose Personen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht werden, unwissentlich ein Konto zu eröffnen. Beispielsweise indem Interessenten ein Job als Softwaretester in Aussicht gestellt wird. Als ersten Probeauftrag sollen sie schließlich das Video-Identifikationsverfahren einer Bank testen. In Wahrheit erstellen sie jedoch tatsächlich ein Konto auf ihren Namen – über das jedoch ein anderer verfügt.

Mehr als 1.000 verdächtige Kontonummern geleakt

Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, wie Informationen zu entnehmen ist, die aus öffentlichen Quellen und verschiedenen Daten-Leaks stammen und dem Handelsblatt von einem anonymen Informanten zur Verfügung gestellt wurden. Allein im laufenden Jahr wurden demzufolge mehr als 1.000 Kontonummern bekannt, die für betrügerische Zwecke eingesetzt wurden.

Großteil angeblich bereits unschädlich gemacht

N26 gibt an, dass die Liste mit den Kontonummern tatsächlich N26-Konten enthalte, die aufgrund von betrügerischem Vorgehen jedoch bereits erfasst und geschlossen worden seien – in wenigen Einzelfällen laufe die Analyse noch.

BaFin erwägt Beschränkung des Neukundengeschäfts

Das allein hat die BaFin jedoch anscheinend nicht zufriedengestellt. Unbestätigten Informationen zufolge zieht die Finanzaufsicht sogar in Erwägung, das Neukundengeschäft von N26 zu beschränken. Die BaFin und die Neobank aus Berlin liegen immer wieder über Kreuz. Bereits im Mai dieses Jahres wurde ein Sonderbeauftragter in das Unternehmen abgestellt, um die Fortschritte bei der Neukundenkontrolle und der Transaktionsüberwachung zu beaufsichtigen.

Neuer Risikovorstand

Derweil hat die Neobank bereits Maßnahmen ergriffen, um die Wogen wieder zu glätten. Die Führungsebene des Unternehmens soll um einen Risikovorstand erweitert werden, um sich stärker gegen Finanzkriminalität und für die Einhaltung von regulatorischen Vorschriften einzusetzen. Vorgesehen für den Job ist der Ex-Vorstand der Wüstenrot Gruppe und N26-Geschäftsführer Thomas Grosse. (tku)

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