Die Nachbarschaft ist ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit mit dem eigenen Zuhause. Während sich Lage, Ausstattung und Preis einer Immobilie vor dem Einzug prüfen lassen, zeigt sich die Qualität des Miteinanders mit den Nachbarn häufig erst später. Das zeigt eine aktuelle Wohnstudie von ImmoScout24, für die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Appinio 1.000 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt hat.
Demnach kennen 55% der Befragten ihre direkten Nachbarn gut oder sehr gut. 41% haben dagegen nur oberflächlichen Kontakt, lediglich 4% kennen ihre Nachbarn überhaupt nicht. Auch beim Vertrauen zeigt sich ein gemischtes Bild: 49% würden ihren Schlüssel einem Nachbarn eher oder auf jeden Fall anvertrauen, 51% eher nicht oder auf keinen Fall.
Lärm ist größter Nachbarschaftsstörfaktor
Am häufigsten sorgen laute Nachbarn für Ärger. 31% der Befragten nennen laute Partygängerinnen und Partygänger als störenden Nachbarschaftstyp. Neugierige Nachbarn folgen mit 21% auf Platz zwei. Dauerhafte Renovierungen empfinden dagegen nur 7% als störend, eine Wohngemeinschaft nebenan lediglich 4%. Auch im Vergleich zu anderen Lärmquellen schneiden laute Nachbarn am schlechtesten ab: 36% sehen sie als Belastung, während Straßenverkehr (27%) und Baustellen (26%) seltener genannt werden.
Gute Nachbarschaft steigert Wohnzufriedenheit
Wie wichtig das Umfeld für das Wohngefühl ist, zeigt sich besonders bei der Zufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation. 22% nennen Nachbarn als Störfaktor ihres aktuellen Zuhauses und damit häufiger als hohe Wohnkosten (18%). Wer seine Nachbarn als Belastung erlebt, ist deutlich seltener mit dem eigenen Zuhause zufrieden oder sehr zufrieden: Der Anteil liegt bei 47%. Ohne Nachbarschaftsärger sind es dagegen 68%.
Umgekehrt gilt: Wer seine direkten Nachbarn sehr gut kennt, bewertet die eigene Wohnsituation deutlich positiver. 81% dieser Gruppe sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Zuhause. Bei Menschen mit nur oberflächlichem Kontakt zu ihren Nachbarn liegt dieser Wert bei 53%.
Die Ergebnisse zeigen damit, dass zum Gefühl, wirklich zuhause zu sein, mehr gehört als die Immobilie selbst. Auch das soziale Umfeld spielt eine zentrale Rolle – idealerweise geprägt von Vertrauen, Rücksichtnahme und einem guten Maß an Nähe. (as)
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