Luft nach oben im Bereich „Soziales“
Im Bereich Soziales analysiert der Report unter anderem die Geschlechterverteilung im Vorstand, Aufsichtsrat sowie das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle, die sogenannte Gender Pay Gap. Hier könnte die Branche noch deutlich aufholen, so die Experten. So erreichen nur 40% der analysierten Versicherer den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil von mindestens 30% Frauen, im Vorstand liegt der Mittelwert beim Frauenanteil nur bei 19% – mehrere Versicherer haben sogar gar keine Frauen im Vorstand.
Einen Rückgang in der Berichterstattung vermerken die Analysten beim gesellschaftlichen Engagement, „vermutlich, weil das Thema nicht zu den Pflichtangaben“ gehört. Die höchsten Spendenquote in Relation zu den Beitragseinnahmen weisen die VGH mit 0,2% sowie die SV Sparkassenversicherung mit 0,5% auf. Hier würden sich die Analysten mehr Transparenz wünschen. „Über Spendenhöhe und Spendencontrolling wird zu wenig berichtet“, so Franke. „Dabei stammen die Mittel aus Kundenbeiträgen – Transparenz über deren Verwendung ist eine Frage der Verantwortung.“
Nachhaltigkeit auch im Produktbereich
Im Produktbereich gibt es zwar einiges an Bewegung, wenn es um Nachhaltigkeit geht, aber auch hier könne man noch mehr tun, so die Experten. In der Sachversicherung gebe es einige praktische Ansätze wie etwa Mehrleistungen für nachhaltige Renovierungen oder Reparaturen, in der Lebens- und Krankenversicherung fokussiere sich dabei viel auf die Kapitalanlage. Aber auch die Abkehr vom reinen Leistungsbringer und der zunehmende Fokus auf Prävention sei wichtig im Bereich Nachhaltigkeit.
Für die Produkt- bzw. Unternehmensratings von Franke und Bornberg gewinnt der Aspekt der Nachhaltigkeit ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Ziel sei, dass perspektivisch nur noch Unternehmen Spitzenbewertungen bekommen, die auch Nachhaltigkeit in den Fokus stellen. (js)
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