Die versicherten Schäden durch Naturgefahren sind in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 vergleichsweise niedrig ausgefallen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beliefen sich die Schäden auf insgesamt rund 950 Mio. Euro. Vor allem das Ausbleiben größerer Winterstürme habe die Schadenbilanz entlastet.
Auf Sturm und Hagel entfielen im ersten Halbjahr rund 400 Mio. Euro versicherte Sachschäden. Weitere Elementargefahren wie Starkregen und Überschwemmung verursachten Schäden von rund 200 Mio. Euro und damit doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. In der Kfz-Versicherung blieb die Schadenbelastung durch Naturgefahren im ersten Halbjahr unterdurchschnittlich und belief sich auf rund 350 Mio. Euro.
Insgesamt liegt die Naturgefahrenbilanz damit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
GDV erwartet unterdurchschnittliche Jahresbilanz
Sollte das zweite Halbjahr durchschnittlich verlaufen, rechnet der GDV für 2026 bei Sturm und Hagel einschließlich der landwirtschaftlichen Pflanzenversicherung mit Schäden von rund 2 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Auf Basis des heutigen Versicherungsbestands und Preisniveaus wären in einem durchschnittlichen Gesamtjahr rund 3,1 Mrd. Euro zu erwarten.
Bei den Elementargefahren dürfte der Schadenaufwand im Gesamtjahr bei etwa 1 Mrd. Euro liegen. Der langjährige Durchschnitt liegt laut GDV bei rund 1,8 Mrd. Euro.
Für die Kraftfahrtversicherung erwartet der Verband rund 300.000 Schadenfälle durch Naturgefahren. Der Schadenaufwand dürfte sich 2026 auf 1,2 bis 1,3 Mrd. Euro belaufen. Für das zweite Halbjahr fällt die Prognose leicht überdurchschnittlich aus, da im Juli mehr Schäden als üblich registriert wurden.
Klimawandel lässt Schadenrisiko langfristig steigen
Von einer Entwarnung will der GDV aber keinesfalls sprechen. Die langfristige Entwicklung zeige vielmehr, dass klimawandelbedingte Wetterextreme zunehmen. Das lässt sich insbesondere bei den Elementarschäden in der Sachversicherung beobachten: Im Zehnjahresmittel stiegen sie von rund 1,4 Mrd. Euro im Zeitraum 2000 bis 2009 auf rund 2,4 Mrd. Euro für die Jahre 2016 bis 2025.
„Auch dieser Hitzesommer mit Temperaturrekord zeigt, dass der Klimawandel weiter voranschreitet. Einzelne Unwetter können jederzeit hohe Schäden verursachen. Die geringen Schäden im ersten Halbjahr waren schlicht Glück,“ sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. (bh)
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