Zum 01.04. hat die NÜRNBERGER ein neues Vertriebs- und Betreuungskonzept gestartet. Welche Auslöser haben zu dieser strategischen Maßnahme geführt?
AP Der Markt verändert sich, die Erwartungen der Vertriebspartner an uns steigen. Sie erwarten heute von uns fundierte Business-Strategien und klare Geschäftsimpulse. Studien zeigen, dass bereits 29% der Makler ihr Geschäft aktiv datengetrieben steuern – wenn auch nicht immer mit klarem Ziel- und Kennzahlenfokus. Echte Lead-Lösungen mit digitalen Kampagnen, Social Selling und Integration in CRM-Systeme stehen ganz oben auf der Wunschliste. Und schließlich sehen wir, dass sich die jungen Makler heute stärker in Netzwerken bewegen, um voneinander zu lernen. Das bedeutet auch, dass sich unsere Rolle im Vertrieb ändern muss: vom Maklerbetreuer zum Sales Manager, der das Geschäft des Maklers versteht – mit datengetriebener Beratung, KI-Expertise zur automatisierten Prozess- und Leadsteuerung und dem Zugang zu inspirierenden Netzwerken, Community-Formaten und interaktiven Events.
Viele Makler befürchten, dass durch Fusionen und Übernahmen Unklarheit über zukünftige Ansprechpartner oder Vertriebsstrukturen entsteht. Wie beugt die NÜRNBERGER dieser Befürchtung vor?
AP Mit dem Sales Manager und den neuen Betreuungsstrukturen knüpfen wir genau dort an: Unsere Vertriebspartner haben auch in Zukunft mit dem Sales Manager ihren persönlichen Ansprechpartner. Das bedeutet, er ist ihnen fest zugeordnet, kennt sie und ihre individuellen Bedarfe und Arbeitsweisen im Alltag genau und kann sie punktgenau unterstützen. Jeder Kontakt baut auf dem anderen auf. So geht kein Wissen verloren und wir nutzen unsere und die Zeit der Makler und Vermittler optimal. Entsprechend der Logik des lokalen Unternehmertums werden wir – vorbehaltlich der Genehmigung durch die Behörden – auch als Teil der Vienna Insurance Group weiterhin eigenständig auf dem deutschen Markt operieren, dann aber mit dem Rückhalt einer starken internationalen Gruppe. Für die NÜRNBERGER waren die letzten eineinhalb Jahre mit dem erfolgreichen Turnaround und der VIG als designiertem neuen Mehrheitsinvestor ein Befreiungsschlag. Wir sind zurück und können unseren Fokus wieder voll auf Vermittler und Kunden richten.
Wie ist der aktuelle Stand der Übernahme durch die VIG und welche nächsten Schritte sind geplant?
KBS Inzwischen hat sich die VIG den Zugriff auf 99,2% der Aktien der NÜRNBERGER gesichert. Die Genehmigung zur Übernahme steht jedoch noch aus. Die VIG rechnet mit einer Entscheidung der Behörden zu Beginn des zweiten Halbjahres. Wir versuchen die Zeit bestmöglich zu nutzen und bereiten den Zusammenschluss im erlaubten Rahmen vor. Der Austausch mit den künftigen Kollegen ist dabei sehr positiv und sehr professionell. Wir alle sehen die ungeheuren Chancen für die NÜRNBERGER. Das setzt Extra-Energien frei. Es ist eine echte Aufbruchstimmung entstanden.
Anmerkung der Redaktion:
Zwischenzeitlich ist die Übernahme der NÜRNBERGER Versicherung durch die VIG abgeschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier: NÜRNBERGER Versicherung: Übernahme ist abgeschlossen
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