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5. November 2026
Pflicht-bAV für alle? Warum Frauen mehr verdienen

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Pflicht-bAV für alle? Warum Frauen mehr verdienen

Pflicht-bAV für alle? Warum Frauen mehr verdienen

Die Debatte um die Pflicht-bAV dreht sich vor allem um eines: mehr Verträge. Doch gerade bei Frauen zeigt sich, dass höhere Verbreitung noch keine bessere Versorgung bedeutet, meint Ute Thoma von der Bayerischen.

Ein Artikel von Ute Thoma, Leitung Geschäftsfeld Unternehmenskundenvorsorge bei der Bayerischen

Ein Vertrag ist noch keine Versorgung. Dieser Satz gehört in die aktuelle Debatte über eine verpflichtende betriebliche Altersversorgung. Denn so richtig das Ziel ist, mehr Beschäftigte über den Betrieb fürs Alter abzusichern – wer nur auf die Zahl der Verträge schaut, übersieht gerade bei Frauen das eigentliche Problem: Entscheidend ist nicht allein, ob eine bAV vorhanden ist, sondern was am Ende darin ankommt.

Die politische Diskussion hat in diesem Sommer deutlich an Fahrt aufgenommen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert, dass alle Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine Betriebsrente auf tariflicher Basis anbieten und dafür mindestens 2% des Bruttolohns einzahlen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat sich offen für eine verpflichtende Lösung gezeigt. Aus der Union kommt Widerspruch. Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung wiederum hat im Juni keine unmittelbare Pflicht empfohlen, sondern einen Sozialpartnerdialog für eine deutlich weitere Verbreitung der bAV. Ob das der richtige Ansatz ist, wird sich zeigen. Nur etwa 20% der Betriebe in Deutschland sind tarifgebunden und nur 49% der Beschäftigten. Die Quote in den kleinen und mittleren Unternehmen – die man erreichen will – dürfte kleiner sein.

Die weibliche Perspektive verändert die Debatte

Für die Altersvorsorge von Frauen ist die Frage „Pflicht oder Freiwilligkeit?“ allerdings nur ein Teil der Debatte. Entscheidend ist auch, wie viel tatsächlich in die Vorsorge fließt und wie gut sie zu unterschiedlichen Erwerbsbiografien passt. Der Gender Pension Gap ist längst messbare Realität. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts lagen die Alterseinkünfte von Frauen ab 65 Jahren 2025 im Durchschnitt 24,2% unter denen der Männer. Werden Hinterbliebenenrenten und -pensionen herausgerechnet, steigt die Lücke sogar auf 36%.

Die Ursachen entstehen Jahrzehnte vor dem Rentenbeginn. 2025 arbeitete unter den abhängig Beschäftigten jede zweite Frau in Teilzeit, bei Männern nur etwa jeder siebte. Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, geringere Einkommen und Erwerbsunterbrechungen wirken sich auf die gesetzliche Rente aus – und ein zweites Mal auf die zusätzliche Vorsorge. Das zeigt sich in der bAV. Die Studie „Verbreitung der Altersvorsorge 2023“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) kommt zunächst zu einem erfreulichen Ergebnis: Jeweils 52% der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und Männer verfügen über eine betriebliche Altersversorgung. Der zweite Blick ist ernüchternder: In privatwirtschaftlich organisierten bAV-Modellen liegt die Quote bei Männern bei 38%, bei Frauen bei 28%. Frauen sind dafür deutlich häufiger über die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes abgesichert.

Noch wichtiger ist die Beitragshöhe. Die durchschnittlichen monatlichen Gesamtbeiträge zur bAV lagen bei Männern bei 225 Euro, bei Frauen bei 159 Euro. Auch bei den Eigenbeiträgen zeigt sich die Lücke: Frauen zahlten durchschnittlich 96 Euro ein, Männer 130 Euro. Genau deshalb reicht es nicht, neue Verträge zu zählen.

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