Der Jahreswechsel ist eine Zeit, der in der Gesellschaft ja stark romantisiert ist. Viele kehren zur Weihnachtszeit in ihre Heimat zurück, man genießt die freie Zeit (oder auch den Freizeitstress) und nimmt sich für den Januar einiges Neues vor. Doch der Jahreswechsel kommt oft auch mit einem bitteren Beigeschmack – nämlich mit Preiserhöhungen. Und von diesen bleibt auch die Krankenversicherung nicht verschont, wie sowohl der PKV-Verband als auch Franke und Bornberg meldeten.
Üblicherweise werden hier die Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenversicherung thematisiert. Aber auch die private Krankenversicherung (PKV) fällt dem Geldbeutel zunehmend zur Last, so auch im Jahr 2026, wie von verschiedenen Stellen im Herbst bereits prophezeit wurde. Das geht so weit, dass jetzt auch die Verbraucherzentrale mit Anfragen zu dem Thema zu kämpfen hat. In diesem Fall meldet sich die Verbraucherzentrale Hamburg zu Wort, die in einer Pressemitteilung über einen deutlichen Anstieg von Beratungsanfragen zum Thema PKV informiert – eben aufgrund der teils starken Beitragserhöhungen, über die Privatversicherte in den letzten Wochen von ihren Versicherern informiert wurden.
Deutliche Anstiege der PKV-Prämien
Anke Puzicha von der Verbraucherzentrale Hamburg erläutert den Ansturm: „In den vergangenen Tagen haben wir mehrfach Versicherte beraten, deren PKV-Beiträge um mehr als 50% gestiegen sind. Die Betroffenen müssen dann plötzlich einen dreistelligen Betrag zusätzlich im Monat für ihren Krankenversicherungsschutz aufbringen.“ In einem besonders gravierenden Fall habe sich die PKV-Prämie sogar um 119% erhöht. Der Rentner muss nun statt 316,35 Euro seit Januar 692,31 Euro monatlich zahlen. Insbesondere bei älteren Versicherten registriert die Verbraucherzentrale solche hohen Beitragssprünge. Bei derartigen Anstiegen müssten Ausgaben an anderer Stelle reduziert oder Rücklagen angegriffen werde – eine existenzielle Belastung vor allem für ältere Versicherte oder Menschen mit begrenztem Einkommen, so Puzicha.
Weitere Details zu dem oben genannten Fall des Rentners, unter welchen Umständen diese Beitragserhöhung zustande gekommen ist, nennt die Verbraucherzentrale nicht.
In Deutschland haben rund 8,7 Millionen Menschen eine PKV. Ein Wechsel von der PKV zurück in die gesetzliche Krankenversicherung sei laut Puzicha schwierig, oft sogar unmöglich, da auch finanzielle Engpässe kein Grund für eine Rückkehr seien.
Erhöhung auch nach kürzlichem Wechsel
Auffällig sei auch, dass sich die Erhöhungen nicht nur auf langjährig bestehende Tarife beschränken. Mehrere Ratsuchende hätten berichtet, dass sie selbst nach einem kürzlich erfolgten Wechsel in einen günstigeren Tarif ihres Versicherers nun erneut mit deutlich höheren Prämien konfrontiert seien. Ein Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherung werde häufig als Mittel zur Beitragsentlastung betrachtet, sei jedoch keine dauerhafte Garantie für stabile Beiträge, so die Verbraucherzentrale mit Verweis auf ihre Beratungspraxis. (mki)
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können