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15. Februar 2026
PKV: Welche Rolle spielen Beitragsentlastungstarife für Makler?
PKV: Welche Rolle spielen Beitragsentlastungstarife für Makler?

PKV: Welche Rolle spielen Beitragsentlastungstarife für Makler?

Für Versicherungsmakler und ihre Kunden rückt die spätere Bezahlbarkeit von PKV-Tarifen immer stärker in den Fokus. Ein Mittel, hohe Altersbeiträge abzufedern, sind Beitragsentlastungstarife. Doch wie viele Makler empfehlen sie regelmäßig? Und wer vermittelt Vollversicherungen nur damit?

In der Beratung zur privaten Krankenversicherung (PKV) rückt ein Thema zunehmend in den Fokus: die Sorge vor steigenden Beiträgen im Alter. Viele Kunden beschäftigt die Frage, wie sich die finanzielle Belastung auch im Ruhestand langfristig tragen lässt. Entsprechend stehen Versicherungsmakler vor der Herausforderung, geeignete Instrumente einzusetzen, um frühzeitig gegenzusteuern. Eine mögliche Lösung sind Beitragsentlastungstarife.

Funktionsweise, Vorteile und Bestandslage von Beitragsentlastungstarifen

Beitragsentlastungstarife bieten PKV-Versicherten die Möglichkeit, durch einen zusätzlichen monatlichen Beitrag gezielt Kapital aufzubauen, um die Krankenversicherungsbeiträge im Rentenalter zu reduzieren. Besonders für Arbeitnehmer kann dieses Modell passend sein: Solange der maximale Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft ist, beteiligt sich der Arbeitgeber an den Aufwendungen. Hinzu kommt ein steuerlicher Ansatz, denn die Beiträge zur Entlastungskomponente sind im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes anteilig steuerlich absetzbar.

Zahlen zum Bestand an Beitragsentlastungstarifen werden vom PKV-Verband statistisch nicht erfasst. Buchungstechnisch handelt es sich um „modifizierte Beitragszahlungen“, die dem Bereich zugeordnet werden, in dem die spätere Entlastung greift, wie der Verband erklärt. Die Prämien für Beitragsentlastungstarife fließen im Wesentlichen in den Bereich der Krankheitskostenvollversicherung ein. Auch einzelne Versicherer informieren nicht über die Zahlen.

Entlastungstarife in der Maklerpraxis

Spannend wird die Frage jedoch, wie Versicherungsmakler das Thema in der Praxis aufgreifen. Eine aktuelle Befragung im Rahmen der AssCompact Studie „Kranken- und Pflegeversicherung 2026“ liefert hierzu aufschlussreiche Einblicke und zeigt, welche Rolle Beitragsentlastungstarife in der Beratung tatsächlich spielen.

Rund 44% der befragten Makler geben an, dass sie ihren Neukunden in der PKV regelmäßig einen Beitragsentlastungstarif anbieten, um die späteren Prämienbelastungen zumindest teilweise abzufedern. Und 27% vermitteln eine Vollversicherung sogar grundsätzlich nur zusammen mit einem solchen Entlastungstarif.

Aus Sicht der Versicherer ist dies eine sinnvolle Maßnahme. Saskia Ostermann, Leiterin Geschäftsfeldentwicklung für die Krankenvollversicherung bei der BarmeniaGothaer, die nach vorläufigen Zahlen 2025 rund 9.000 Vollversicherte neu gewinnen konnte, erklärt dazu: „Beitragsentlastungstarife sind eine sinnvolle Sache, die zu jeder privaten Krankenversicherung einfach dazugehören. Sie sorgen dafür, dass die finanzielle Belastung im Alter spürbar sinkt und die PKV-Vorteile gerade dann bezahlbar bleiben, wenn sie am wichtigsten sind.“

Ob Versicherungsmakler im Vergleich dazu eine Abwägung treffen, ob beispielsweise ETFs oder andere Altersvorsorgeformen einen ähnlichen Zweck erfüllen können, wurde in der Studie nicht untersucht.

Kundenakzeptanz und Kritik an Beitragsentlastungstarifen

Bleibt die Frage: Wie reagieren die Kunden? Die Studie ging auch dieser Frage auf den Grund. Demnach gibt jeder fünfte Makler (21%) an, dass Kunden den Abschluss eines Beitragsentlastungstarifs ablehnen. Das mag ein deutlich geringerer Wert sein, als man vielleicht erwarten würde.

Beitragsentlastungstarife sind nicht unumstritten. Verbraucherschützer kritisieren etwa, dass die Beiträge dennoch hoch blieben und die Verzinsung des angesparten Kapitals niedrig sei. Wechselt man den Versicherer, wird das Geld nicht ausgezahlt. Hauptkritikpunkt ist aber, dass der Beitrag für den Entlastungstarif in der Regel im Rentenalter weitergezahlt werden muss.

So richtig zufrieden scheinen die Versicherungsmakler mit den Beitragsentlastungstarifen auch nicht zu sein. Nur 29% der Befragten geben an, dass die bestehenden Tarife ihren Anforderungen gerecht werden. Das geht allgemein mit der Aussage einher, dass nur 23% der Makler der Meinung sind, dass die PKV-Anbieter gut auf die Bedürfnisse älterer Kunden eingestellt sind.

Haftungssichere Beratung: Bezahlbarkeit im Alter früh thematisieren

Für die große Mehrheit der Versicherungsmakler – laut Studie 89% – ist die langfristige Beitragsstabilität ein entscheidendes Auswahlkriterium bei der Empfehlung eines PKV-Anbieters. Dies wird der Makler seinem Kunden in der Regel auch so kommunizieren. Für den Kunden mag es – sofern er das Thema, wie eingangs erwähnt, nicht von sich aus anspricht – im ersten Moment vielleicht befremdlich wirken, wenn der Makler dann direkt die Bezahlbarkeit eines PKV-Tarifs im Alter thematisiert.

Dennoch spricht gerade dies für eine nachhaltige, ganzheitliche und auch haftungssichere Beratung: Das Thema frühzeitig aufzugreifen, gehört zu einer verantwortungsvollen Beratungspraxis. Und wie immer gilt: Je früher ein Beitragsentlastungstarif abgeschlossen oder ein anderes Instrument eingesetzt wird, desto wirksamer ist es. (bh)

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact AWARD – Kranken- Pflegeversicherung 2026“ wurde vom 18.11.2025 bis 23.12.2025 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 260 Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann bei AssCompact Studien erworben werden.