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Private Pflegeversicherung: Mehr denn je ein Muss
06. September 2019

Private Pflegeversicherung: Mehr denn je ein Muss

Die soziale Pflegeversicherung (SPV) war immer als eine Teilleistungsversicherung ausgelegt. Darüber hinaus müssen Pflegebedürftige selbst für Kosten aufkommen. Der Münchener Verein räumt mit Fehleinschätzungen auf und zeigt Gesprächsansätze auf.

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Die soziale Pflegeversicherung (SPV) war immer als eine Teilleistungsversicherung ausgelegt. Darüber hinaus müssen Pflegebedürftige selbst für Kosten aufkommen. Der Münchener Verein räumt mit Fehleinschätzungen auf und zeigt Gesprächsansätze auf.


Private Pflegeversicherung: Mehr denn je ein Muss
Wie viel Vollkasko ist in den Ankündigungen enthalten?

Die Versprechungen sind vollmundig. Aber was steckt wirklich dahinter?

  • Vollkaskoversicherung: Es geht in der aktuellen Diskussion nur um Pflegekosten im Heim. Wohnen/Essen und Investitionskosten bleiben nach wie vor ausschließlich Sache der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Und von der ambulanten Versorgung ist gar nicht die Rede.
  • Verzicht auf die Inregressnahme von Kindern: Die bisherige Regressquote lag deutlich unter 2%. Das Problem scheint also möglicherweise woanders zu liegen. Sozialhilfe zu beantragen, empfinden die meisten Menschen grundsätzlich als unwürdig. Und: Wer Sozialhilfe beantragt, dessen Vermögen ist vorher aufgebraucht.

In all diesen Überlegungen spielen die Familienangehörigen, die nach wie vor die meiste Pflege übernehmen, keine Rolle. Die von Pflegebedürftigen und Angehörigen zu tragenden Kosten werden statistisch nicht erhoben. Experten schätzen das Volumen auf 15 bis 30 Mrd. Euro.

Private Vorsorge bleibt also trotz aller Versprechen notwendig

Die vorigen Ausführungen zeigen deutlich, dass private Vorsorge ein Muss bleibt, will man Vermögen bewahren und Familienangehörige nicht belasten.

Tabu-Thema Pflege im Gespräch – Warum eigentlich?

Das Thema Pflege ist sehr negativ besetzt. Das „Pflegebild“ in den Köpfen so vieler Menschen ist zu einfach: im Bett liegend, gefüttert werdend, auf das Ende wartend. 85% aller Pflegebedürftigen werden nach dem neuen Begutachtungsverfahren in den Pflegegrad 3 eingestuft. Damit stellt sich in den allermeisten Fällen noch lange nicht die Frage nach dem Pflegeheim oder dem Lebensende, sondern eher, wie man denn in diesem Fall am besten den Urlaub organisiert.

Der Schwerpunkt der Pflege ist zudem immer noch zu Hause bei den Angehörigen. Mehr als 50% der Pflegebedürftigen beziehen ein Pflegegeld. Dieser Personenkreis und damit meist auch die Menschen aus dem Umfeld sehen gar keine Pflegelücke. Auch wenn der Pflegedienst unterstützend kommt, bleibt eine ganze Menge Arbeit an den Angehörigen hängen. Das Hauptaugenmerk sollte auf die aus deren Portemonnaie zu zahlenden Kosten gelegt werden, weniger auf die Katastrophe im Heim mit Pflegegrad 5. Ein Zustand, den die Kunden sich nicht vorstellen wollen.

Auf den Punkt gebracht muss die Argumentation lauten: Pflegebedürftigkeit kostet eigenes Geld, Vermögen und Ressourcen. Und auch die Angehörigen müssen einen Teil der Pflege bezahlen. Auch das Thema Patientenverfügung ist ein guter Ansatz, um zum Thema Pflege ins Gespräch zu kommen.

Bild: © Evrymmnt – stock.adobe.com

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 09/2019, Seite 28f., und in unserem ePaper.

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Dr. Rainer Reitzler Dr. Rainer Reitzler



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