Markus Eckstein, Geschäftsführer der Aventus Versicherungsmakler Augsburg GmbH, erklärt, warum Unabhängigkeit mit Investor im Haus aus seiner Sicht sehr gut möglich ist.
Wenn Kollegen hören, dass unser Haus Teil einer größeren Gruppe ist, kommt fast reflexhaft die Frage: Verliert man da nicht seine unternehmerische Freiheit? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nein – wenn der Gesellschafterkreis der richtige ist.
Seit unser Haus, die Mehr-Finanz24 GmbH, zur Aventus Gruppe gehört, berate ich meine Kunden genauso, wie ich es immer getan habe: regional verankert, persönlich und mit den Produktpartnern, die für meine Kunden passen. Niemand aus unserer Zentrale schreibt mir vor, welche Gesellschaft ich empfehle oder wie ich mein Team führe. Was sich verändert hat, ist die Unterstützung im Hintergrund.
Konkret heißt das: Ich entscheide vor Ort über Personal, Kundenansprache und regionale Ausrichtung. Die Zentrale unterstützt dort, wo es wirklich hilft – bei Prozessen, Daten, IT-Infrastruktur und im Austausch mit anderen Partnerhäusern der Gruppe – aber sie dirigiert nicht. Integration bedeutet für uns nicht Gleichschaltung, sondern partnerschaftliche Entscheidungen darüber, was gemeinsam getragen wird und was bewusst unternehmerisch und regional bleibt.
Der Effekt ist spürbar: weniger administrative Last, mehr Zeit für das, was Makler eigentlich stark macht: die persönliche Beratung. Zugleich profitieren wir von der Größe der Gruppe, von Kompetenzzentren und von einem Netzwerk aus Partnerhäusern, ohne unsere eigene Identität oder unsere Kundenbeziehungen aufzugeben.
Was einen guten Investor ausmacht
Der entscheidende Unterschied liegt im Gesellschafterkreis. Bei Aventus gibt es keine Private-Equity-Fonds und keine institutionellen Investoren mit befristetem Anlagehorizont und kurzfristigen Renditezielen. Gesellschafter sind Unternehmerfamilien wie die Familie Goldbeck, außerdem Führungskräfte und Partnermakler selbst. Wer als Makler Verantwortung übernimmt, kann Mitgesellschafter werden. Das schafft eine völlig andere Dynamik als ein klassisches Konsolidierungsmodell mit Exit-Termin.
Private Equity denkt in Zyklen: Investition, Wertsteigerung, Verkauf – meist innerhalb weniger Jahre. Diese Logik erzeugt Druck, der irgendwann bei den Kunden ankommt, etwa wenn kurzfristige Kennzahlen wichtiger werden als langfristige Beratungsqualität. Familienkapital tickt anders. Es denkt in Generationen statt in Exit-Fenstern, und genau das erlaubt es einem Haus wie unserem, unternehmerisch eigenständig zu bleiben.
Unabhängigkeit ist also keine Frage von „Investor ja oder nein“, sondern eine Frage von Kultur, Zeithorizont und Gesellschafterstruktur. Ein Investor, der in Generationen denkt und Verantwortung mit den Menschen vor Ort teilt, verändert nichts an der unternehmerischen Freiheit eines Maklerhauses – im Gegenteil, er stärkt sie. Genau das erlebe ich bei Aventus Tag für Tag.
Seite 1 Pro/Contra: Kann Unabhängigkeit mit Investor im Haus funktionieren?
Seite 2 Vier Jahre maximale Rendite oder vier Generationen Verantwortung
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können
- 8 Aufrufe