Das Analysehaus Franke und Bornberg hat die diesjährige Auflage seines Ratings zur Privathaftpflicht veröffentlicht – mit einer guten und einer weniger guten Nachricht. Die gute: Das Feld der schwachen Tarife ist in diesem Jahr kleiner als noch im Vorjahr, was im Umkehrschluss bedeutet, die Qualität in der Privathaftpflichtversicherung steigt. Die weniger gute Nachricht: Die Qualitätsunterschiede zwischen den Tarifen bleiben weiterhin hoch und vor allem Basistarife weisen immer noch wiederkehrende Schwächen auf.
Rating analysiert fast 300 Tarife pro Ratingklasse
Für das diesjährige Rating hat Franke und Bornberg die Privathaftpflichttarife wie üblich in zwei getrennten Ratingverfahren analysiert. 296 Tarife im Ratingverfahren Familie und 293 Tarife im Ratingverfahren Single von insgesamt 87 Versicherern wurden unter die Lupe genommen. Bis auf wenige Ausnahmen durchläuft jeder Tarif beide Ratingverfahren, erklärt das Analysehaus.
An der Ratingsystematik haben sich im Vergleich zum Vorjahr keine Änderungen ergeben. Daher lassen sich die Ergebnisse auch direkt mit denen aus dem Jahr 2025 vergleichen. Bei den Tarifen für Familien – die neben dem Versicherungsnehmer auch Partner und Kinder mit berücksichtigen – prüften die Analysten 72 Detailkriterien in 23 Hauptkriterien, bei den Tarifen für Singles sind es 60 Detailkriterien in 20 Hauptkriterien.
Um die Ratingklassen FF („befriedigend“), FF+ („gut“), FFF („sehr gut“) sowie die höchste Ratingklasse FFF+ („hervorragend“) zu erreichen, müssen Tarife zudem Mindeststandards erfüllen. Diese sollen verhindern, dass Schwächen bei wichtigen Leistungen durch gute Ergebnisse in weniger bedeutenden Bereichen ausgeglichen werden können. Zu den Kriterien, bei denen es Mindeststandards gibt, zählen unter anderem die Anforderungen an die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden, sowie der Schutz beim elektronischen Datenaustausch und die Internetnutzung im Ausland. Die höhere Ratingklasse erhält der Tarif dabei nur, wenn er neben der erforderlichen Gesamtpunktzahl auch alle Mindeststandards dieser Klasse erreicht.
Hier weisen Basistarife oft Schwächen auf
Die Privathaftpflichtversicherung gilt als eine der wichtigsten Absicherungen für Haushalte und wird von Franke und Bornberg als wesentliches Werkzeug der Existenzsicherung eingestuft. Vor allem bei schweren Personenschäden können Schadenersatzforderungen nämlich schnell in die Millionenhöhe gehen.
Viele Versicherer bieten mehrstufige Tarifwerke, von Basistarif bis zum Topschutz. Allerdings zeigen sich gerade bei Basistarifen immer wieder Lücken auf, so Franke und Bornberg. Dazu zählen unter anderem die Forderungsausfalldeckung und der Schadenersatzrechtsschutz, Mietschäden, Gefälligkeitshandlungen sowie der Gebrauch von Drohnen. Bei Familientarifen ist auch der Schutz für deliktunfähige Mitversicherte oft eine Schwachstelle.
Zudem zeigen schwächere Tarife auch bei selbstständigen nebenberuflichen Tätigkeiten, Schäden an Sachen von Arbeitskollegen oder Arbeitgebern sowie beim Verlust beruflicher Schlüssel häufig Defizite.
Seite 1 Rating Privathaftpflicht: Qualitätsunterschiede im Markt weiterhin hoch
Seite 2 Das sind die Ergebnisse des Ratings
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