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23. März 2021
Renditechancen von Aktien der Hidden Champions aktiv nutzen
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Renditechancen von Aktien der Hidden Champions aktiv nutzen

Viele Anleger konzentrieren sich bei Aktien auf große Unternehmen. Dabei bieten gerade Hidden Champions besonderes Ertragspotenzial. Spezialisierte Fonds bieten effizienten Zugang zu diesen. Von Scott Woods, Portfoliomanager des Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies.

In den vergangenen Monaten sind Aktien kleinerer Unternehmen – sogenannte Nebenwerte – weltweit betrachtet deutlich besser gelaufen als Standardwerte, beflügelt unter anderem durch die politische Entwicklung in den USA, finanzielle Hilfspakete und die Fortschritte bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen. Dies ist keinesfalls nur eine Momentaufnahme. Denn auch lang­fristig betrachtet können Small und Mid Caps vielfach bessere Risiko-Rendite-Profile bieten als Aktien großer Unternehmen. Eine geringere Unternehmensgröße kann einen günstigen Einfluss auf die Wertentwicklung von Aktienportfolios haben. So legte der globale Nebenwerte-Aktienindex MSCI World Small Cap in den vergangenen 20 Jahren um 552% zu. Der MSCI World kam im gleichen Zeitraum nur auf 258%. Trotz des deutlich höheren Wert­zuwachses schwankten die Aktien der kleinen und mittleren Unternehmen nur unwesentlich stärker.

Langfristige Mehrertragsgründe

Für die langfristigen Mehrerträge der Nebenwerte gibt es vor allem zwei Gründe: Zum einen bedienen sie häufig aufkommende Trends beziehungsweise Nischen, in denen sie Weltmarktführer sind. Daher kann sich die Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen unabhängig vom Marktumfeld entwickeln. Small und Mid Caps lassen sich also nicht so leicht von Makrothemen beeindrucken – etwa von der Frage, wie lange und tiefgreifend die makroökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sein werden. Daher sollten sie in der Lage sein, auch in einem schwierigen Marktumfeld kontinuierlich zu wachsen – wie etwa das US-Unternehmen Freshpet, das qualitativ hochwertiges Frischfutter für Hunde und Katzen herstellt. In den USA geben die Verbraucher jedes Jahr 4 bis 5% mehr für ihre Haustiere aus. Die Herausforderung dabei ist, dass kleinere Unternehmen mitunter weniger bekannt sind. Auch bei Analysten stehen sie nur bedingt auf dem Radar. Beispielsweise wird die Microsoft-Aktie von über 40 Analysten abgedeckt. Im Gegensatz dazu haben nur zwei das kalifornische Unternehmen WD-40 auf dem Radar, das Haushaltsartikel herstellt, zu denen eine äußerst erfolgreiche Schmiermittelmarke gehört.

Ideale Voraussetzungen für aktives Portfoliomanagement

Gleichzeitig ist das Universum der kleineren Unternehmen mit rund 4.500 Werten weltweit sehr groß und die Renditen können weiter auseinandergehen als bei Standardaktien. Wer über entsprechende Analyse-Ressourcen verfügt, kann das als Vorteil nutzen – und durch aktives Portfoliomanagement Mehrrenditen erzielen. Denn es lassen sich Portfolios aufbauen, deren Zusammensetzung deutlich vom jeweiligen Vergleichsindex abweicht. Nicht viele Anlageklassen bzw. Marktsegmente ermöglichen ein derartiges Ausmaß aktiver Positionen. Grundsätzlich empfiehlt sich ein globaler Ansatz, um Chancen weltweit wahrzunehmen. Denn die Erfahrung zeigt, dass die Kurse von Nebenwerten weltweit je nach Region stark schwanken können. Daher sollte sich ein globaler Ansatz wesentlich schwankungsärmer verhalten als ein regionaler. Wer die Chancen von Small und Mid Caps nicht verpassen möchte, kann einen Blick auf aktiv gemanagte Investmentfonds mit entsprechendem Fokus werfen. Denn erfahrene Portfoliomanager, die auf globale Investment- und Research-Ressourcen zurückgreifen, können Marktineffizienzen nutzen, die sich zum Beispiel aus der geringeren Abdeckung durch Analysten ergeben.

Strukturelle Vorteile und Porters fünf Kräfte

Bei der Aktienauswahl für den Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies zum Beispiel stehen fünf strukturelle Aspekte im Fokus. Dazu gehören erstens immaterielle Vermögenswerte wie Marken oder Patente, die verhindern, dass neue Wettbewerber in den Markt eintreten. Zweitens spielen Kostenvorteile eine Rolle, denn der kostengünstigste Produzent kann seine Konkurrenten verdrängen. Günstig wirkt drittens der Netzwerkeffekt, indem der Wert einer Dienstleistung steigt, je mehr Menschen diese nutzen. Viertens ist eine optimale Betriebsgröße vorteilhaft. Und fünftens wirken Kosten günstig, die mit dem Wechsel des Anbieters verbunden sind. Neben diesen firmenspezifischen Wettbewerbsvorteilen analysiert das Portfoliomanagement auch, welche Unternehmen in ihren Branchen erstklassig positioniert sind. Dafür nutzt es das Fünf-Kräfte-Modell von Harvard-Professor Michael Porter, das die Rivalität eines Unternehmens zu seinen Wettbewerbern, Eintrittsbarrieren für den entsprechenden Markt, die Austauschbarkeit der Produkte des Unternehmens, die Anbieterstärke und die Nachfragestärke umfasst. Ein gutes Beispiel hierfür ist Trex. Das US-­Unternehmen stellt Verbundbeläge her und bezieht seinen gesamten Kunststoff in Form von Granulat, das nur wenige Kilometer entfernt in einer Sortieranlage verarbeitet wird, in der Plastiktüten amerikanischer Einzelhändler recycelt werden. Es ist schwierig, dieses Verfahren genauso günstig nachzuahmen. Dasselbe gilt für die Herstellung der Verbundbeläge selbst. Das verschafft Trex auf einem Markt mit hauchdünnen Margen langfristig enorme Kostenvorteile.

Nachhaltigkeitskriterien zunehmend bedeutsam

Zudem sind für den langfristigen Anlageerfolg gute Profile im Hinblick auf Umwelt- und soziale Kriterien sowie Unternehmensführung (ESG) entscheidend. Columbia Threadneedle ist davon überzeugt, dass gut geführte, zukunftsorientierte Unternehmen besser aufgestellt sind, um geschäftliche Risiken und Herausforderungen erfolgreich zu adressieren sowie eine nachhaltige Performance und langfristige Wertsteigerungen zu erzielen. Darüber hinaus lassen sich durch die Kombination von finanziellen Kennzahlen mit nachhaltigen Faktoren bei der Titelauswahl weitergehende Informationsvorsprünge gewinnen, die zu einer noch besseren Wertentwicklung des Portfolios führen können. Daher legt Columbia Threadneedle großen Wert auf verantwortungsvolles Investieren. Um dem gerecht zu werden, hat die Fondsgesellschaft eigene Instrumente entwickelt, die eine robuste RI-Rahmenstruktur bereitstellen und fundiertere Analysen als Grundlage für bessere Anlage­entscheidungen durch die Portfolio­manager ermöglichen.

Angesichts dieser Vorzüge sind Investmentfonds mit Schwerpunkt auf Small und Mid Caps einen Blick wert. Nach dem Motto „Klein, aber oho“ können sie dazu beitragen, die Risiko-Rendite-Profile von Gesamtportfolios zu optimieren – und das aus der zweiten Reihe heraus.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 03/2021, Seite 58 f., und in unserem ePaper.

Bild: © llhedgehogll – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Scott Woods