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30. April 2021
Rentenexperte würde Politikern keinen Staatsfonds anvertrauen

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Rentenexperte würde Politikern keinen Staatsfonds anvertrauen

Auf der virtuellen Jahrestagung der DAV hat Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen der Politik und einer ganzen Generation den Kopf gewaschen. Der Rentenexperte lieferte sich einen Schlagabtausch mit dem rentenpolitischen Sprecher der Grünen, Markus Kurth, und dessen Kollegen von der Unionsfraktion, Peter Weiß.

Bereits die Keynote hatte es in sich. Den Anfang der Plenardiskussion zum Thema „Ist Deutschlands Rentensystem noch reformierbar?“ nutzte der Rentenexperte von der Uni Freiburg, Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, um seine Standpunkte in einer 20-minütigen Keynote kundzutun. Diese Eingangsbemerkungen sollten die Grundlage für die folgende Diskussion sein, die im Rahmen der virtuellen Jahrestagung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) stattfand.

Babyboomer tragen die Schuld an der Misere

„Deutschland altert“, stellte Raffelhüschen zu Anfang seiner Rede fest. Das Hauptproblem sei jedoch nicht nur die demografische Alterung Deutschlands, sondern speziell die Babyboomer. Bei ihnen handele es sich um demografische bzw. reproduktive Rohrkrepierer. Sie hätten vielleicht ein Kind, aber häufig keine Kinder, sondern lediglich einen Hund. Die gute Nachricht sei jedoch, es handele sich um ein Übergangsproblem. Sobald die zahlreichen Babyboomer „abgestorben“ seien, stabilisiere sich das System wieder.

Corona ändert nichts am demografischen Wandel

Die Corona-Pandemie hingegen habe bisher keine relevanten Auswirkungen auf die Demografie gezeigt. Im vergangenen Jahr habe keine Übersterblichkeit geherrscht und die überwiegende Zahl der Corona-Toten hätte statistisch gesehen nicht mehr viel Lebenszeit vor sich gehabt.

Regierung hat versagt

Für die aktuelle Lage der gesetzlichen Rentenversicherung macht Raffelhüschen die Regierungspolitik der letzten Jahre und vor allem das Wirken der SPD verantwortlich. Die gesetzliche Rentenversicherung sei 2007 fast vollständig saniert und nachhaltig ausgerichtet gewesen – ein Umstand, für den sich Raffelhüschen als Mitglied der damaligen Rürup-Kommission einen Mitverdienst zuschreibt. Olaf Scholz, Andrea Nahles und Hubertus Heil hätten im Anschluss daran jedoch „eine Fehlentscheidung nach der anderen“ getroffen.

Gleichbehandlung entscheidend

Deutschland stehe nach Überzeugung des Rentenexperten nun vor der Entscheidung, entweder die Rentenbeiträge oder das Rentenniveau stabil zu halten. Aus Gründen der Gleichbehandlung plädiert Raffelhüschen für fixe Rentenbeiträge. Seiner Ansicht nach sei es keinem jungen Menschen vermittelbar, dass seine Rentenbeiträge steigen müssten, nur weil die Babyboomer es versäumt hätten, für Nachwuchs zu sorgen.

Seite 1 Rentenexperte würde Politikern keinen Staatsfonds anvertrauen

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Leserkommentare

Gespeichert von Wilfried Stras… am 05. Mai 2021 - 09:08

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Bemerkenswert ist, dass die Unfinanzierbarkeit der Beamten/Politiker/Richterpensionen mit einem Rückstellungsdefizit von 3 BILLIONEN EURO in Zahlen € 3.000.000.000.000,00 nicht in Frage gestellt wird. Das in besten Wirtschaftszeiten entstand, im angeblich SCHULDENFREI Deutschland. Ein Privileg das in erfolgreichen Nachbarstaate wie in A, CH, NL längst, wegen Unfinanzierbarkeit, abgeschafft wurde. Schröder SPD hatte den Mut genau diese Problematik anzugehen und eliminierte damit die Volkspartei SPD. Das hat Merkel in 3 Regierungszeiten nicht annähernd geschafft. Wenn hier nur die SPD erwähnt wird, die im Gegensatz zu Kohl und Merkel auch noch die Steuersätze senkte, ist in diesem Forum natürlich nicht erwähnenswert, auch weshalb Merkel in 3 Regierungsperioden, daran nichts änderte.