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15. Juli 2026
Risikoleben: Jeder zweite Haushalt im Todesfall ohne Absicherung
Risikoleben: Jeder zweite Haushalt im Todesfall ohne Absicherung

Risikoleben: Jeder zweite Haushalt im Todesfall ohne Absicherung

Die Risikolebensversicherung ist heute in deutlich mehr Haushalten verbreitet als noch vor 25 Jahren. Dennoch sind viele Haushalte weiterhin gar nicht oder zu niedrig abgesichert. Eine GDV-Studie zeigt, wo die Lücken liegen, und liefert Ansatzpunkte für die Beratung durch Versicherungsmakler.

Die Risikolebensversicherung hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das zeigen die Zahlen des GDV: Während 1999 rund 4,3 Millionen Verträge bestanden, waren es 2024 bereits 7,3 Millionen. Gleichzeitig stieg die versicherte Gesamtsumme von 236 auf 885 Mrd. Euro. Dennoch bleibt die Absicherung vieler Haushalte lückenhaft. „In mehr als 20 Millionen Haushalten fehlt der finanzielle Schutz, wenn ein Partner oder Elternteil stirbt. Für die Hinterbliebenen kann das sehr schnell zur finanziellen Zerreißprobe werden“, sagt Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV. Und selbst dort, wo eine Risikolebensversicherung besteht, reicht die vereinbarte Versicherungssumme häufig nicht aus, um Hinterbliebene finanziell ausreichend abzusichern. Das zeigt eine aktuelle Studie des GDV.

Wie groß die Versorgungslücke sein kann, verdeutlichen die Berechnungen der Studie: Eine vierköpfige Familie gibt im Durchschnitt 4.599 Euro pro Monat aus, davon rund 3.473 Euro für grundlegende Bedarfe wie Wohnen, Ernährung und Mobilität. Fällt in einem Zwei-Verdiener-Haushalt ein Einkommen weg und reduziert der verwitwete Elternteil seine Arbeitszeit zusätzlich um 30%, entsteht eine monatliche Finanzierungslücke von fast 1.000 Euro.

Verbreitung hängt von Einkommen, Haushaltstyp und Wohnort ab

Besonders häufig schließen Paare mit minderjährigen Kindern sowie Haushalte mit Immobilienkredit eine Risikolebensversicherung ab. Doch selbst in diesen Gruppen bleibt rund jeder zweite Haushalt ohne entsprechenden Schutz. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch beim Einkommen: Während in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von mehr als 7.500 Euro knapp die Hälfte (46%) über eine Risikolebensversicherung verfügt, liegt der Anteil bei Einkommen unter 3.250 Euro je nach Einkommensklasse lediglich zwischen 3 und 10%. Da etwa die Hälfte aller Haushalte in diese Einkommensgruppen fällt, bleibt ein großer Teil der Bevölkerung unzureichend abgesichert.

Auch Haushaltstyp und Wohnort beeinflussen die Verbreitung. Mit rund 45% sind Paare mit minderjährigen Kindern am besten abgesichert. Bei Alleinerziehenden liegt der Anteil dagegen nur bei etwa 19%, bei Alleinlebenden sogar bei lediglich 7,7%. Zudem ist die Risikolebensversicherung in den Stadtstaaten deutlich seltener verbreitet als in den Flächenländern, teilweise ist der Anteil dort nur halb so hoch.

Versicherungssummen oft zu niedrig

Doch auch wer eine Risikolebensversicherung abgeschlossen hat, ist häufig unterversorgt. Nach der Faustregel des GDV sollte die Versicherungssumme drei bis fünf Bruttojahresgehälter sowie bestehende Kredite abdecken. Tatsächlich lag die durchschnittliche Versicherungssumme je Vertrag im Jahr 2024 bei rund 121.000 Euro. Dem steht ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von etwa 50.000 Euro gegenüber. Selbst ohne laufende Kredite ergäbe sich damit eine empfohlene Mindestabsicherung von rund 150.000 Euro. Nach Angaben des GDV liegen die durchschnittlichen Versicherungssummen jedoch seit 25 Jahren durchgehend unter diesem Richtwert.

Früh vorsorgen spart Beiträge

Wer früh eine Risikolebensversicherung abschließt, kann deutlich Beiträge sparen. Denn das Eintrittsalter hat erheblichen Einfluss auf die Prämie: Mit 35 Jahren kostet der Versicherungsschutz bereits etwa doppelt so viel wie mit 25 Jahren. Ab dem 40. Lebensjahr steigen die Beiträge nochmals deutlich. Raucherinnen und Raucher zahlen je nach Alter teilweise mehr als doppelt so hohe Beiträge wie Nichtrauchende.

Dabei entsteht der Absicherungsbedarf oft genau zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr, wenn Familien gegründet oder Immobilien finanziert werden. Ausgerechnet in dieser Lebensphase verfügt bislang jedoch laut GDV-Studie nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Haushalte über eine Risikolebensversicherung. (bh)

Zur Studie 

Der GDV hat Daten unter anderem des Statistischen Bundesamtes und der Versicherungswirtschaft ausgewertet und untersucht, wie gut Haushalte in Deutschland gegen den Ausfall eines Einkommens infolge eines Todesfalls abgesichert sind. Ziel der Analyse ist es, den Verbreitungsgrad der Risikolebensversicherung sowie bestehende Versorgungslücken aufzuzeigen. Die Studie kann beim GDV heruntergeladen werden.