Die WohnSelect Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH hat bekannt gegeben, die Rücknahme von Anteilen des offenen Immobilienfonds „WERTGRUND WohnSelect D“ mit Wirkung zum 15.01.2026 (Cut-off 12:00 Uhr) vorübergehend auszusetzen. Rechtsgrundlage ist § 257 Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB). Die Entscheidung sei das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung der Verantwortung gegenüber allen Anlegern in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld, wie WERTGRUND mitteilt. Anlass zu diesem Schritt würden zwei Entwicklungen geben: Liquiditätszuflüsse aus Transaktionen seien schwerer planbar, da Verkaufsprozesse länger dauern würden und die Fremdfinanzierung auf Käuferseite restriktiver sei. Gleichzeitig würden die Rückgabevolumina branchenweit hoch bleiben, wie es von WERTGRUND weiter heißt.
Herausforderndes Marktumfeld
„Unser zentrales Anliegen ist ein sachgerechter Interessenausgleich zwischen Anlegern, die ihre Anteile zurückgeben möchten, und Anlegern, die langfristig investiert bleiben wollen. Die Aussetzung hilft, Verkäufe unter Zeitdruck zu vermeiden. Wir möchten mit der Aussetzung Werte schützen – im Interesse aller Anleger“, betont Thomas Meyer, Vorstand der WERTGRUND Immobilien AG. „Die Aussetzung soll sicherstellen, dass Rückgabewünsche in einem geordneten und fairen Verfahren bearbeitet werden können und gleichzeitig das Sondervermögen für verbleibende Anleger zukunftsfähig erhalten bleibt“, so Meyer weiter. Ohne die Maßnahme bestünde das Risiko, Rückgaben nur durch Notverkäufe bedienen zu können – typischerweise mit erheblichen Nachteilen für Fonds und Anleger.
Aussetzung bis zu drei Jahre möglich
Die Maximaldauer nach der Aussetzung beträgt gemäß Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) bis zu drei Jahre. Laut WERTGRUND sei es ausdrückliches Ziel, diese Maximaldauer nicht auszuschöpfen, sondern die Rücknahmeaussetzung nach Möglichkeit so früh wie möglich zu beenden – abhängig von Rückgabewünschen, Transaktionsmärkten und Finanzierungssituation.
Der „WERTGRUND WohnSelect D“ wurde im Jahr 2010 aufgelegt. Seitdem hat der Fonds laut Anbieter eine Wertsteigerung von 105,38% erzielt. WERTGRUND sieht den Fonds gut positioniert. „Deutsche Wohnimmobilien bleiben eine attraktive Anlageklasse und wir sehen eine gute Chance auf eine Fortführung des Fonds nach dem Ende der Rücknahmeaussetzung“, so Meyer. Die strukturellen Perspektiven im deutschen Wohnsegment seien grundsätzlich intakt, Neubauaktivitäten in Deutschland würden deutlich unter dem Bedarf liegen, viele regionale Wohnungsmärkte seien angespannt mit langfristig tendenziell stabilen bis steigenden Tendenzen.
Information während der Aussetzung
Während der Aussetzungsphase will WERTGRUND den Informationsumfang weiter erhöhen: Jede Immobilie im Fonds werde bereits heute monatlich bewertet; zudem würden regelmäßige Management-Updates etabliert, Monatsberichte inhaltlich erweitert und die Liquiditätssituation klar nachvollziehbar aufbereitet. Sobald es die Liquiditätssituation ermögliche, soll die verschobene Ausschüttung nachgeholt werden. (tik)
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