Das Immobilienportal immowelt hat die Energieeffizienzklassen der 2025 auf der Plattform inserierten Häuser und Wohnungen zum Kauf analysiert. Demnach weist ein gutes Drittel (36%) der angebotenen Immobilien nur den Energiestandard F bis H auf und muss modernisiert werden. Besonders schlecht steht es um Einfamilienhäuser, wo 52% eine Energiebilanz von F oder schlechter haben. Bei Eigentumswohnungen beträgt der Anteil dagegen nur 13%.
„Viele Kaufinteressenten stehen vor der Herausforderung, dass die verfügbaren Immobilien einen erheblichen Modernisierungsbedarf aufweisen“, erklärt Dr. Robert Wagner, Geschäftsführer von immowelt. „Das muss im Rahmen der Gesamtinvestition beachtet werden, eröffnet aber auch Spielraum für Preisverhandlungen, wenn die Kosten für die Sanierungsauflagen nachvollziehbar seriös dargelegt werden können.“
Weniger effiziente Immobilien am Markt, mehr Sanierungsfälle
Wie die Analyse weiter zeigt, hat sich trotz Einführung der CO2-Steuer Anfang 2021 und der Energiekrise 2022 bei der Verteilung in den vergangenen fünf Jahren wenig zum Positiven gewendet. Der Anteil der energieeffizienten Klassen A+ bis C bei allen zum Kauf angebotenen Immobilien hat sich von 33 auf 30% verringert. Neubauten, die jeweils innerhalb der vergangenen zwei Jahre fertiggestellt wurden, wurden für diese Analyse ausgeschlossen. Immobilien mit Energiestandard D bis E bilden zwar mit 33% noch ein Drittel, deren Anteil sinkt aber laut immowelt tendenziell. Zugenommen hat gegen der Anteil sanierungsbedürftiger Objekte der Klassen F, G und H: Seit 2021 hat er sich von 28 auf 36% erhöht.
Als mögliche Ursache nennen die Experten von immowelt die Tatsache, dass Eigentümer insbesondere Immobilien mit sehr hohen Verbrauchswerten veräußern möchten. Solche Objekte sind kostspielig im Unterhalt oder büßen an Wert ein. Kaufimmobilien haben dagegen die schlechtesten Energieeffizienzklassen F bis H. Die Hälfte der Einfamilienhäuser, die zum Kauf angeboten werden, sind dringend sanierungsbedürftig. Dies geht aus ein
Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West
Der Vergleich der Stadt- und Landkreise offenbart klare regionale Unterschiede. Über die beste Gebäudesubstanz verfügen tendenziell Städte in Ostdeutschland. So liegt der Anteil der inserierten Immobilien der Kategorie F, G oder H in Rostock nur bei 1%. Auch in Schwerin (5,9%), Dresden (9,1%), Potsdam (9,2%) und Leipzig (9,8%) bewegt sich die Quote der Wohnimmobilien mit sehr schlechter Energiebilanz im einstelligen Prozentbereich.
DDR-Erbe und Modernisierung nach Wiedervereinigung
Zurückzuführen ist dies laut immowelt zum einen auf das historischen Erbe der DDR: In Städten wurden im großen Stil Mehrparteienhäuser mit Fernwärme und zentralen Heizwerken errichtet. Der Anteil an Haushalten mit Fernwärmeanschluss liegt in ostdeutschen Bundesländern daher sehr viel höher als im Bundesschnitt. Da in einen Bedarfsausweis die Art der Heizungsanlage einfließt und ein Verbrauchsausweis die tatsächlichen Heizkosten berücksichtigt, erfolgt bei Fernwärme meist eine bessere Einstufung. Außerdem gab es nach der Wiedervereinigung insbesondere in den Städten Ostdeutschlands eine massive Sanierungswelle. Somit ist der Gebäudebestand dort insgesamt moderner als in westdeutschen Städten und in vielen ländlichen Regionen.
Den höchsten Sanierungsbedarf weisen im bundesweiten Vergleich eher strukturschwache, ländliche Gegenden auf.
Weitere Informationen zur Auswertung und eine interaktive Deutschlandkarte gibt es unter immowelt.de. (tik)
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