AssCompact suche
Home
Assekuranz
22. Juli 2026
Studie: Zwei Drittel sehen keine Vorteile in Altersvorsorgereform
Studie: Zwei Drittel sehen keine Vorteile in Altersvorsorgereform

Studie: Zwei Drittel sehen keine Vorteile in Altersvorsorgereform

Die Bundesbürger blicken laut einer Studie von Civey im Auftrag von Liechtenstein Life skeptisch auf die Reform der privaten Altersvorsorge. Demnach sehen etwa zwei Drittel der Befragten für sich keinen Vorteil in der Reform. Aber: Die kapitalmarktorientierte Vorsorge wird mehrheitlich als wichtige Ergänzung betrachtet.

Es herrscht wohl noch eine gewisse Skepsis beim Altersvorsorgedepot. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Liechtenstein Life. Zwar begrüßen die Bundesbürger mit großer Mehrheit eine stärkere staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge, jedoch glaubt den Studienergebnissen zufolge nur eine kleine Minderheit, selbst konkret von den aktuellen Reformen zu profitieren.

In der Studie wurden 2.500 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt, die noch nicht in Rente sind. Die Befragung fand im April 2026 statt und damit kurz nach dem Beschluss des Altersvorsorgedepots im Bundestag. Die Ergebnisse legen nahe, so Liechtenstein Life, dass Vermittlern künftig eine wichtige Rolle bei der Information und Aufklärung über individuelle Vorteile und den passenden Mix für die persönliche Altersvorsorge zukommt.

Viele sehen keinen persönlichen Vorteil

Fast drei Viertel der Befragten sprechen sich für eine stärkere Förderung der privaten Altersvorsorge aus (71,5%), nur 15% lehnen dies ab. Die Unterstützung ist dabei über nahezu alle Altersgruppen hinweg hoch. Besonders stark fällt sie bei den 30- bis 39-Jährigen aus (76,8%). Am geringsten ist die Zustimmung bei den 40- bis 49-Jährigen, liegt aber auch dort noch bei knapp 68%.

Es erwartet allerdings nur gut jeder zehnte Befragte, persönlich von der geplanten Reform zu profitieren (10,8%). Zwei Drittel gehen dagegen davon aus, dass sie keinen persönlichen Nutzen aus der Reform ziehen werden (67,2%). Weitere 22% sind unentschlossen. Insbesondere Ältere sind laut den Ergebnissen pessimistisch. Bei den über 50-Jährigen gehen rund 78% davon aus, keinen persönlichen Nutzen aus der Reform zu ziehen. Jüngere Befragte (zwischen 18 und 29 Jahren) äußern sich etwas optimistischer, allerdings bleibt auch dort der Anteil derjenigen hoch, die keine Vorteile für sich erwarten (rund 61%). Bei den 30- bis 39-Jährigen rechnet immerhin knapp jeder Vierte mit Verbesserungen (23,4%), während 48,9% keine Vorteile für sich erkennen.

Breite Zustimmung für kapitalmarktorientierte Vorsorge

Gemeinhin gilt der Deutsche eher als vorsichtig und nicht risikofreudig. Die Umfrage zeigt jedoch, dass kapitalmarktorientierte Vorsorgeformen wie fondsgebundene Lebensversicherungen von der Mehrheit der Bevölkerung als wichtiger Baustein für die Altersvorsorge angesehen werden. Rund 58% betrachten sie als sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Etwa ein Viertel teilt die Einschätzung nicht, während rund 18% keine klare Position beziehen. Vor allem Menschen zwischen 30 und 39 Jahren stehen kapitalmarktorientierten Vorsorgeformen aufgeschlossen gegenüber. Mit 71,7% liegt ihre Zustimmung rund 14 Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller Befragten (57,7%).

Mehrheit hält aktuelles Rentensystem nicht für generationengerecht

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Für eine deutliche Mehrheit sorgt das aktuelle Rentensystem nicht mehr für Gerechtigkeit zwischen Jung und Alt. Rund zwei Drittel der Befragten betrachten das bestehende Rentensystem als nicht mehr generationengerecht (65,7%). Nur etwa jeder fünfte Befragte bewertet es noch als fair gegenüber den verschiedenen Generationen (21%).

Besonders kritisch stehen Befragte mittleren Alters (zwischen 40 und 49 Jahren) dem Thema gegenüber: Fast 80% von ihnen attestieren dem aktuellen Rentensystem mangelnde Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Gerade in den jüngeren Altersgruppen zwischen 18 und 29 Jahren sowie 30 und 39 Jahren fällt die Ablehnung ebenfalls deutlich aus (74,1% bzw. 74,6%) Dies deutet auf erhebliche Zweifel daran hin, dass ihre künftigen Rentenansprüche in einem fairen Verhältnis zu den eigenen Beitragsleistungen stehen werden. (mki)

Über die Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut CIVEY hat für Liechtenstein Life vom 08.04. bis 15.04.2026 online 2.500 Bundesdeutsche ab 18 Jahren ohne Rentner befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 4,2 bis 4,3 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis.

Lesen Sie auch: Altersvorsorgedepot: J.P. Morgan sieht große Chancen für junge Leute