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25. April 2026
Unabhängigkeit der Makler und Toncars Wechsel zur DVAG

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Unabhängigkeit der Makler und Toncars Wechsel zur DVAG

Unabhängigkeit der Makler und Toncars Wechsel zur DVAG

Florian Toncar wechselt zur DVAG

Kommen wir zur zweiten Meldung. Ex-Staatssekretär Florian Toncar wechselt an die Spitze der Deutschen Vermögensberatung, also eines Finanzvertriebs, für dessen Branche er zuvor die Regeln selbst mitgestaltet hat. Gleichzeitig soll er eine Führungsrolle im Branchenverband DUV (Deutscher Unternehmensverband Vermögensberatung) übernehmen. Kein Wunder, dass Toncar sich in seiner Amtszeit stets für „unabhängige Beratung und gegen ein Provisionsverbot eingesetzt hat“ (AfW-Vorstand Frank Rottenbacher Ende 2024) und in der Branche entsprechend beliebt war. Nun also der Wechsel zur DVAG. Der Bürgerbewegung Finanzwende e. V. schreibt in seinem Papier „3 gute Gründe, der DVAG den Rücken zu kehren“ über Kundenschädigung durch überteuerte Produkte, Ausbeutung und sektenartige Strukturen innerhalb der DVAG sowie undurchsichtige und schädliche Lobbymacht. Tatsächlich pflegt die DVAG seit jeher enge Kontakte in die Politik. Heute sitzen Ex-Finanzminister Theo Waigel, der hessische Ex-Minister Udo Corts, EU-Parlamentarier (!) Markus Ferber und Frankfurts langjährige OB Petra Roth im Beirat des Unternehmens. Nun also Florian Toncar.

Die DVAG beschreibt ihr „eigenes Beratungskonzept“ als „Professionelles Finanzcoaching für alle Lebenslagen“. „Optimal aufeinander abgestimmte Lösungen von Banken, Bausparkassen, Versicherungen und Investmentgesellschaften: Das nennt sich bei uns Allfinanzberatung“. Die DVAG wirbt mit bekannten Gesichtern wie Jürgen Klopp für ihr Finanzcoachingkonzept. Erst ein Blick ins Impressum offenbart, dass die DVAG im Versicherungsbereich ausschließlich als gebundener Vertreter der Generali Versicherungen und als Finanzanlagenvermittler für einige wenige Investmentgesell- schaften tätig ist.

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Da haben wir also auf der einen Seite einen kleinen mittelständischen Makler, der bis zum Ende seiner Möglichkeiten mehr oder weniger allein für sein Berufsbild gekämpft hat und von selbstgerechten, arroganten Richtern allein dafür abgewatscht wird, dass er sich auf ein seit Jahrzehnten etabliertes Vergütungsmodell eingelassen hat.

Auf der anderen Seite steht ein strukturierter Finanzvertrieb mit dem Vernehmen nach mehr als 18.000 „Vermögensberatern“ und eigenem Berufsverband, der es sich leisten kann, mal eben einen ehemaligen, in Politik und Branche vernetzten Staatssekretär anzuheuern. Das allein schon zeugt von der Verzahnung und Durchlässigkeit zwischen Politik und Geschäft in einer Finanzwelt ohne Moral. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, singt Mackie Messer am Ende des zweiten Akts in Bertolt Brechts berühmter Dreigroschenoper.

Das ist nun eigentlich nichts Neues. Denn schließlich ist die Gier Verursacher zahlreicher Eskapaden im Versicherungsvertrieb, die auch von den Gerichten wahrgenommen werden und nicht zuletzt die Rechtsprechung beeinflussen.

In diesem Zusammenhang ist aber schon erstaunlich, dass niemanden die Frage umtreibt, wie die Berufsbezeichnungen „Vermögensberater“ und „Finanzcoach“ von den angesprochenen Verkehrskreisen verstanden werden und insofern wettbewerbsrechtlich überhaupt zulässig sind. Die Verbraucher- schützer verklagen lieber kleine, mittelständische und redliche Makler.

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Hans-Ludger Sandkühler
Ein Artikel von