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25. November 2019
Unterschätztes Risiko Naturgefahren

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Unterschätztes Risiko Naturgefahren

Zu viele Hausbesitzer verzichten auf den Versicherungsschutz

Rund 10 Millionen der insgesamt 17,5 Millionen Hausbesitzer in Deutschland sind nicht gegen Überschwemmungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert. Laut einer repräsentativen GfK-Befragung gibt es drei zentrale Gründe, warum sie auf die Elementarschadenversicherung verzichten:

1. Persönliches Risiko unterschätzt

Eigenheimbesitzer fühlen sich von Feuer, Sturm und Hagel bedroht und nicht von Starkregen, dabei kann Starkregen mit Überschwemmungen überall auftreten.

2. Hausbesitzer sehen sich ausreichend versichert

Der Großteil der Befragten fühlt sich bereits ausreichend abgesichert. In den meisten Fällen hat sich dies aber als falsch herausgestellt. Vielen ist nicht bewusst, dass ihre Gebäudeversicherung zwar Schäden durch Feuer, Sturm oder Hagel abdeckt, nicht aber Schäden durch Starkregen oder Hochwasser.

3. Der Schutz wird für zu teuer gehalten

Die Mehrheit (51%) der Umfrageteilnehmer antwortet auf die Frage, warum sie keine Elementarschadenversicherung haben, sie sei zu teuer. Dabei kostet der notwendige Elementarschadenschutz für die meisten Hausbesitzer unter 100 Euro im Jahr.

Im Neugeschäft wird die Elementarschadenversicherung als optionaler Zusatzbaustein zur Wohngebäude-und Hausratversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer bieten Hausrat- und Wohngebäudepolicen immer inklusive der Elementarschadenversicherung an. Hausbesitzer und Mieter, die den Naturgefahrenschutz nicht möchten, müssen die Elementarschadenversicherung aktiv abwählen. Der überwiegende Teil der Kunden entscheidet sich bei Neuverträgen für diesen Zusatzbaustein. Anders sieht es im Bestand aus. Denn insbesondere bei Verträgen, die zehn Jahre oder älter sind, ist der Schutz gegen Elementarschäden oft nicht enthalten. Kunden mit älteren Verträgen sollten gezielt über die Risiken von Naturgefahren aufgeklärt und auf die Lücke in ihrem Versicherungsschutz angesprochen werden.

Hausbesitzer, Kommunen und Versicherer gemeinsam

Neben Hausbesitzern und Versicherern sind vor allem auch die Kommunen gefordert. Städte und Gemeinden müssen die potenziellen Schäden durch Hochwasser, Starkregen, Kanalisationsrückstau oder Sturzfluten noch stärker in der Siedlungsentwicklung berücksichtigen und ihre Flächennutzungspläne und ihr Wassermanagement entsprechend anpassen. Nur wenn wir die Erkenntnisse aus Meteorologie und Klimaforschung konsequent in der Flächen- und Bauleitplanung berücksichtigen, schaffen wir es, die Auswirkungen von extremen Wetterphänomenen zu begrenzen sowie Menschen und Sachwerte zu schützen. Und das ist nicht nur eine Aufgabe von Bund und Ländern, sondern sie beginnt schon in den Kommunen und bei den Hausbesitzern.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in AssCompact 11/2019 auf Seite 54f. und in unserem ePaper.

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Bild oben: © nikkytok – stock.adobe.com

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Ein Artikel von
Oliver Hauner